„So etwas darf nicht passieren“ 

Eklat bei Merkel-Besuch in Israel: Es geht um ein Foto mit ihr

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Angela Merkel umgeben von Männern 

Ein Gruppenfoto von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Geschäftsleuten hat in Israel Kritik ausgelöst.

Jerusalem - Ajelet Verbin-Nachmias, Abgeordnete der oppositionellen Zionistischen Union, kritisierte in einem Protestbrief an Wirtschaftsminister Eli Cohen, dass auf dem Foto nur Männer zu sehen seien und forderte, in Zukunft bei ähnlichen Treffen für einen fairen Frauenanteil zu sorgen, wie sie der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag bestätigte.

Im Rahmen der deutsch-israelischen Regierungskonsultationen waren Merkel und der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu am Donnerstag auch mit einer Gruppe von Geschäftsleuten zusammengekommen. Auf einem Gruppenfoto von der Veranstaltung steht Merkel in der Mitte, neben ihr Netanjahu, sowie mehr als 20 Männer in dunklen Anzügen.

„So etwas darf einfach nicht passieren“

„Das ist kein einfaches Versehen“, sagte Verbin-Nachmias. „So etwas darf einfach nicht passieren.“ Netanjahu habe häufig keine Frauen in seinen Delegationen. Dabei gebe es in Israel genug Geschäftsfrauen, die man hätte einladen können, schrieb sie in ihrem Brief.

Auch Merkel sei aufgefallen, dass bei dem Treffen keine anderen Frauen vertreten waren, schrieb die „Times of Israel“. Sie habe gesagt, es wäre „nett, wenn nächstes Mal eine Frau dabei sein könnte“ und dass der Bereich offenbar „von Männern kontrolliert“ werde.

Als Reaktion auf den Vorfall wollten mehrere Organisationen, die sich für die Förderung von Frauen in der israelischen Wirtschaft einsetzen, am Mittwoch auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv eine Protestveranstaltung abhalten. Dabei solle ein neues Bild aufgenommen werden - mit einer Merkel-Pappfigur in Lebensgröße.

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Israel wählt am 17. September schon wieder ein neues Parlament. Nachdem seit April keine Regierung zustande kam. Diesmal ist einiges anders.

Es ist bereits das zweite Mal dieses Jahr, dass die Wahlberechtigten in Israel zur Urne gehen. Doch diesmal könnte es Netanjahu an den Kragen gehen - nach vier Amtszeiten.

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