Wulff ehrt mutmaßliche Rechtsextreme

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Bundespräsident Christian Wulff hat die Ehrenurkunde bereits unterschrieben - aber keiner will sie übergeben.

Lalendorf - Eine Urkunde von Bundespräsident Christian Wulff für eine Familie mit mutmaßlich rechtsextremen Einstellungen sorgt in Mecklenburg-Vorpommern für Unruhe.

Das Staatsoberhaupt würdigte die Eltern wie in solchen Fällen üblich für die Geburt ihres siebten Kindes mit einer Ehrenurkunde. In der Heimatgemeinde der Familie will nun aber niemand das Schriftstück übergeben. "Wir können uns nicht gegen die rechte Kultur in Schulen und Projekten engagieren und dann solchen Leuten Ehrungen überbringen“, sagte der Vorsteher des Amtes Krakow am See, Wilfried Baldermann (CDU), am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. “ Zuvor hatte dies auch der Bürgermeister von Lalendorf, Reinhard Knaack (Linke), mit ähnlicher Begründung abgelehnt. Baldermann pocht jetzt darauf, dass sich das Bundespräsidialamt der Sache annimmt. Man warte auf ein Zeichen aus Berlin.

Die fragliche Familie, die seit 2009 in der Region lebt, war nach Angaben von Extremismusfachleuten mit dem im Vorjahr gestorbenen NPD-Funktionär und Anwalt Jürgen Rieger befreundet. Die Mutter wird laut Bundeszentrale für politische Bildung dem NPD-nahen “Ring nationaler Frauen“ zugerechnet.

dpa

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