Zwischen Cobra 11 und Schimanski: Der TV-Tourismus in NRW boomt

Köln/Münster - TV-Serien und Filmen gelingt in seltenen Fällen Kultstatus. Manche wie die "Schwarzwaldklinik" behalten dieses Image auch noch lange nach ihrem Verschwinden vom Bildschirm. Einige Produktionen wirken sich sogar auf den örtlichen Tourismus aus. Ob "Alarm für Cobra 11" oder "Schimanski" - in Nordrhein-Westfalen sind einige Fans auf den Spuren ihrer Stars unterwegs. 

"Alarm für Cobra 11" (RTL): 

Die Produktionsfirma action concept bietet für Fans von "Alarm für Cobra 11" in diesem Jahr 16 Backstage-Touren auf ihrem Gelände in Hürth an. Mittels moderner Filmtechnik simulieren Fans vor einem sogenannten Greenscreen einen Sprung aus einem brennenden Helikopter. "Außerdem werden auf unserem Gelände Stuntfahrten angeboten. Die Gäste nehmen als Beifahrer neben einem Stuntfahrer Platz und driften mit ihm im Auto um die Kurven", sagt Magdalena Pelc, Sprecherin von action concept. Die Produktionsfirma rechnet 2017 mit 320 Besuchern. Die Tendenz sei steigend.

"Alles was zählt" (RTL):

In den Produktionsstudios in Köln-Ossendorf können Fans der Serie "Alles was zählt" den fiktiven Essener Bezirk Schotterberg besuchen, wo die Seifenoper laut Drehbuch spielt. "Wir begrüßen bei unseren Studioführungen 25 000 Gäste im Jahr", sagt Hans-Jörg Seibold, Sprecher der Produktionsfirma MMC. In den MMC-Studios werden neben den Fernsehserien "Alles was zählt" und "Unter uns" auch große TV-Shows wie "Deutschland sucht den Superstar" oder "Die Höhle der Löwen" produziert. "Die ansässige Medien- und Kreativwirtschaft prägt das Image der Stadt Köln", erklärt Claudia Neumann, Sprecherin von Köln Tourismus. Der Besuch von Produktionsstätten und Drehorten sei durchaus ein Reiseanlass von Köln-Touristen. 

"Verbotene Liebe" (ARD):

Schloss Königsbrunn nahe Düsseldorf existiert nur in der Fantasie von Drehbuchautoren. Der Drehort, der von 1995 bis 2015 ausgestrahlten Serie "Verbotene Liebe" heißt in Wirklichkeit Schloss Ehreshoven und liegt in Engelskirchen im Bergischen Land. Anhänger der Seifenoper reisen deutschlandweit an, um auf dem Anwesen zu heiraten. "Die Möbel des heutigen Trauzimmers stammen noch aus der Serie", sagt Standesbeamtin Barbara Schmidt. "Die Schlossverwaltung hat sie der Produktionsfirma damals abgekauft". Der Großteil des Schlosses wird als Damenstift genutzt. Derzeit werden neun katholische, adlige Damen dort beherbergt. 

"Tatort: Köln" (ARD):

Tatsächlich können "Tatort"-Fans das berühmteste Requisit der Kölner Ausgabe der Krimireihe besuchen und sich dort wie die Kommissare Ballauf und Schenk eine Currywurst mit Pommes genehmigen. Allerdings haben sie dann nicht den eindrucksvollen Blick auf die Kölner Skyline, denn die "Wurstbraterei" steht nur für den "Tatort"-Dreh auf der sogenannten "Schäl Sick". Für den täglichen Betrieb parkt der Inhaber seinen Imbisswagen im Rheinauhafen, nahe der Südbrücke.

"Wilsberg" (ZDF):

Das "Antiquariat Wilsberg" aus der gleichnamigen ZDF-Krimiserie existiert wirklich in Münsters Stadtzentrum. Eigentlich heißt es aber "Antiquariat Michael Solder", nur zweimal im Jahr wird das Schild für die Dreharbeiten ausgetauscht. Die Serie hat dem Geschäft eine gewisse Berühmtheit verschafft, regelmäßig gibt es Besuch von Touristen. "Manchmal kommen busseweise Leute", sagte Besitzer Michael Solder, dessen Geschäft seit knapp 18 Jahren als Kulisse für die Serie dient. 

"Schimanski" (ARD):

Seit 2013 heißt eine knapp 30 Meter lange Straße im Duisburger Hafenviertel Ruhrort "Horst-Schimanski-Gasse", benannt nach dem fiktiven Kult-Kommissar aus dem "Tatort". "Schimanski ist kein touristisches Aushängeschild, aber er hatte positive Bedeutung", erklärte Pressesprecher Peter Hilbrands von der Stadt Duisburg. Es gebe sogar geführte "Schimmi"-Touren entlang der früheren Drehorte. Auf der Schimanski-Fanseite gibt es einen eigenen Info-Bereich zu dieser Gasse. Als George 2016 starb, legten Fans Blumen in der Gasse ab, um sich von "Schimanski" zu verabschieden. - dpa

Quelle: wa.de

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