Die Lichter sind noch nicht aus

Zukunft ungewiss: Hängepartie geht für Kettler-Mitarbeiter weiter

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Werl/Ense - Die Hängepartie beim Freizeitartikel-Produzenten Kettler geht weiter – aber die Lichter in den Produktionshallen brennen noch. So lässt sich die Entwicklung des von der Belegschaft mit so großer Spannung erwarteten Tages skizzieren.

Das befürchtete Aus für das Unternehmen mit seinen mehr als 700 Beschäftigten ist nicht verkündet worden – aber so richtig zuversichtlich hat dennoch keiner der Mitarbeiter die Betriebsversammlung am Montag in der Schützenhalle Bremen verlassen. Zu groß bleiben die Verunsicherung und die Angst der Menschen, die nun schon seit fast eineinhalb Jahre um ihre Arbeitsplätze bangen.

Apropos Arbeitsplätze: In der Versammlung ist allen Mitarbeitern die Möglichkeit angeboten und erläutert worden, sich umgehend freistellen zu lassen und sich arbeitslos zu melden. Die Entscheidung muss jeder für sich treffen; beratende Hilfestellung boten Mitarbeiter der Agentur für Arbeit und der IG Metall. Es ist eine weitreichende Entscheidung. Sie ist schwierig, weil nicht klar ist, ob und, wenn ja, wie lange die Beschäftigten ihr Geld von Kettler bekommen.

Harsche Kritik am Kuratorium

In der Versammlung, an der nur die Mitarbeiter teilnehmen durften, setzte es harsche Kritik am Kuratorium der Heinz-Kettler-Stiftung mit dem früheren Kettler-Finanzchef Manfred Sauer an der Spitze. Sauer ist längst zum Feindbild der Belegschaft geworden – da goss der Geschäftsführer der GmbH, Olaf Bierhoff, noch weiteres Öl ins Feuer.

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Bierhoff erwähnte, man spreche mit einem möglichen weiteren Investor. Der soll, so wird in der Gerüchteküche spekuliert, zum Umfeld des 61-jährigen TV-Produzenten Georg Kofler („Die Höhle der Löwen“) gehören. Bestätigungen hierfür gibt es nicht. Was passiert nun in dieser Woche? Insider gehen nicht davon aus, dass sich so viele Mitarbeiter freistellen lassen, dass die Produktion in sich zusammen fällt.

Am Dienstag soll wieder gearbeitet werden

Gearbeitet werden soll am Dienstag wieder. Im Hintergrund wird mit großer Spannung auf die Prüfung des vom Sachwalter vorgelegten finalen Vergleichsvorschlags durch die Stiftungsaufsicht gewartet. Diese soll im Laufe der Woche abgeschlossen sein. Derweil bleibt das Kuratorium der Stiftung hart.

Das dreiköpfige Gremium ließ am Montag über einen Juristen mitteilen, an der in einer Erklärung am Wochenende verbreiteten Position ändere sich nichts. Die Stiftung stehe für eine finanzielle Unterstützung der produzierenden GmbH nicht zur Verfügung. Die Geschäftsleitung hatte für Montagnachmittag eine eigene Pressemitteilung angekündigt, sagte diese aber später wieder ab und vertröstete auf Dienstag. Man befinde sich noch in der Abstimmung, schrieb Pressesprecherin Stefanie Risse.

Quelle: wa.de

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