Zugriffe auch in Dortmund und Lüdenscheid

Großrazzia in NRW: "Großer Schlag gegen die Schwarzarbeit gelungen"

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[Update 14.34 Uhr] Krefeld/Bonn - Spezialeinheiten von Zoll und Polizei sind am Dienstagmorgen landesweit gegen organisierte Schwarzarbeit im Baugewerbe vorgegangen. Wie ein Sprecher des zuständigen Hauptzollamts Krefelds sagte, gab es Zugriffe in Nordrhein-Westfalen.

Hier die wichtigsten Infos:

  • 8 Personen festgenommen
  • 35 Millionen Euro Steuer- und Sozialversicherungsschaden entstanden
  • 450 Unternehmen in NRW im Visier
  • Maßnahmen dauern an
  • Einsatzkräfte aus rund 30 Hauptzollämtern beteiligt
  • 140 Objekte durchsucht

"Uns ist ein großer Schlag gegen die Schwarzarbeit gelungen", sagte Direktionspräsiden Dr. Armin Rolfink bei der Pressekonferenz am Mittag.

Komplexes Firmengeflecht zur Steuerhinterzieheung

Im März 2016 habe die Staatsanwaltschaft Wuppertal erste Erkenntnisse gehabt, dass es eine organisierte Form der Schwarzarbeit im Bergischen Land gibt. Acht Personen wurden als mögliche Haupttäter identifiziert. Sie sollen ein komplexes Firmengeflecht geschaffen haben, um in einer Vielzahl von Fällen mit fingierten Rechnungen Sozialversicherungsbeiträge und Steuern zu hinterziehen. 

Nach bisherigem Ermittlungsstand sollen sie so Rechnungen in Höhe von rund 48 Millionen an 450 Bauunternehmen in NRW gestellt haben. Der entstandene Steuerschaden beliefe sich auf rund 35 Millionen Euro.

Bei den vorläufig Festgenommen handelt es sich um einen 40 Jahre alten und zwei 56 Jahre alte Serben, eine 31-jährige Deutsch-Kasachin, einen 51-jährigen Israeli, einen 49-jährigen Deutschen, einen 52 Jahre alten Mann aus Bosnien-Herzegowina und einen 72-jährigen Mann ohne Staatszugehörigkeit.

Durchsuchungen auch in Dortmund und Lüdenscheid

Zugriffe der Sonderkommission erfolgten heute in Bedburg, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Erkrath, Essen, Frechen, Gelsenkirchen, Gladbeck, Hennef, Kempen, Kerpen, Köln, Leverkusen, Lüdenscheid, Lünen, Moers, Monheim, Mönchengladbach, Mülheim / Ruhr, Oberhausen, Pulheim, Recklinghausen, Rheinberg, Selm, Siegburg, St. Augustin, Wesel, Witten und Wuppertal.

Die Fahnder beschlagnahmten Waffen, Bargeld und mehrere Fahrzeuge.

In Wuppertal durchsuchten Einsatzkräfte ein Gebäude in der Heckinghauser Straße.

Zuvor hatte die "Rheinische Post" über die Aktion berichtet. Die Zeitung schrieb von mehr als tausend Einsatzkräften allein in NRW. In Erkrath seien Wohn- und Geschäftsräume durchsucht worden. Auch Spezialeinsatzkommandos des Zolls seien ausgerückt.

Für die Aktion wurde die Sonderkommission "SoKo Moses" eingerichtet.

Die Eliteeinheit der Bundespolizei, die GSG 9, sei ebenfalls beteiligt. Der WDR berichtet von Festnahmen in mehreren NRW-Städten.

Durch organisierte Schwarzarbeit im Baugewerbe entstünden Millionenschäden, sagte der Hauptzollamts-Sprecher. Vor zwei Jahren war in Hessen ein Ring aus Schwarzarbeitsfirmen aufgeflogen, der jahrelang Steuern und Sozialabgaben in Millionenhöhe hinterzogen haben soll. Auch im Münsterland war der Zoll Anfang 2016 in einer Razzia gegen Schwarzarbeit im Baugewerbe vorgegangen. 2015 hatte es wegen der illegalen Beschäftigung von Arbeiterkolonnen eine internationale Razzia in Deutschland, Italien und den Niederlanden gegeben

Schon am Montag hatte es in Nordrhein-Westfalen eine Großrazzia mit zahlreichen Festnahmen gegeben. Dabei war es um eine international tätige Autohehlerbande gegangen, die in NRW mindestens 47 zuvor in Deutschland, Belgien und Frankreich gestohlene Wagen verkauft haben soll. - dpa

Unser Jugendportal guckte 2010 dem Zoll bei der Arbeit mit der Kamera über die Schulter:

Quelle: wa.de

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