"Wirtschaftlich magere Saison"

Wintersportbranche klagt über zu wenig Schnee

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Die Wintersportbilanz fällt im Sauerland mager aus.

WINTERBERG - Die Liftbetreiber im Sauerland haben in den vergangenen Jahren in Schneekanonen investiert, um dem Winter ein Schnippchen zu schlagen. Doch mangels Frost kamen die Kanonen diesmal kaum zum Einsatz.

Einsam läuft am Samstag noch ein einziger Lift im Winterberger Skilift-Karussell. Auf dem weißen Streifen zwischen Wiesen und Tannenwald fahren Skifahrer und Snowboarder dem Saisonende entgegen. Sollte es zum Wochenanfang Schnee geben, werde kurzfristig über eine Verlängerung entschieden, sagt Susanne Schulten von der Wintersport-Arena.

Aber ein Winter-Fazit hat der Marketing-Verein schon gezogen: "Eine wirtschaftlich magere Saison trotz über 90 Wintersporttagen." In den vergangenen Jahren hatten die Liftbetreiber ihre Beschneiung in der Hinterhand, wenn Naturschnee fehlte. Dafür war es in dieser Saison aber meist zu warm.

Rund um Winterberg war zwar drei Monate lang Skifahren möglich, aber an vielen der mehr als 90 Tage liefen gerade mal bis zu einer Handvoll Lifte. Und weil in diesem Winter auch die Schneekanonen nicht helfen konnten, sammelten die Liftbesitzer den spärlichen Naturschnee auf Parkplätzen und von Straßenrändern ein, um ihre Pisten zu präparieren.

Teilweise verzichteten sie wegen der dünnen Schneedecke auf den Einsatz von Pistenraupen. "Sie haben den Schnee in die Sessellifte geschippt und nach oben transportiert, um die Pisten zu schonen", berichtet Schulten.

In tieferen Lagen fiel die Saison größtenteils komplett aus. Im Skigebiet Hunau bei Schmallenberg-Bödefeld kam man auf 16 Saisontage. Dementsprechend fällt das Fazit von Geschäftsführer Bernhard Habitzki aus: "Das ist ein Winter, in dem wir Geld drauflegen."

Und auch in Winterberg dürfte die Stimmung beim Blick in die Kassen kaum besser sein, denn vor der Saison hatte man noch insgesamt 10 Millionen Euro in Sessellifte, Pistenraupen und Ausbau der Beschneiung investiert. Doch angesichts der fehlenden Einnahmen gibt sich der Sprecher der Liftbetreiber, Meinolf Pape, bescheiden: Größere Investitionen seien jetzt erst mal nicht zu erwarten. Zunächst gehe es darum, die Geschäfte zu konsolidieren. Aber noch hoffen Pape und seine Kollegen, dass der milde Winter 2013/14 keine schnelle Wiederholung findet. - dpa

Quelle: wa.de

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