RVR: Ruhrgebiet soll Radmetropole werden

ESSEN - Mit dem Rad durchs Ruhrgebiet: Die Planer vom Regionalverband Ruhr wollen das Radwegenetz in der Region kräftig ausbauen. Und dabei nicht nur an Touristen, sondern auch an Pendler denken. Geld dafür müsste aber auch vom Land NRW kommen.

Der Regionalverband Ruhr (RVR) will das Ruhrgebiet in den kommenden Jahren zu einer "Metropole Rad" ausbauen. Nach den am Mittwoch in Essen vorgestellten Planungen soll das regionale Radwegenetz in den nächsten fünf bis zehn Jahren von derzeit 700 Kilometern auf eine Länge von 850 Kilometern erweitert werden.

Dabei wolle man etwa die Nord-Süd-Verbindungen verstärken und dabei auch auf brachliegende Bahntrassen zurückgreifen, kündigte der zuständige Bereichsleiter beim RVR, Martin Tönnes, an. Damit solle das Ruhrgebiet zu einer der landes- und bundesweit führenden Regionen für den Radverkehr werden.

Notwendig dafür seien insgesamt Investitionen von knapp 110 Millionen Euro, von denen 20 Millionen Euro bereits verbaut seien. Die Finanzierung des Großteils der Summe hänge allerdings von Förderzusagen des Landes ab, hieß es. Lediglich ein Eigenanteil von 20 Prozent werde vom RVR übernommen.

Zudem müsse die Finanzierung des Unterhalts der neuen Strecken gesichert werden. Dafür seien in der Regel die jeweiligen Kommunen zuständig. Bei dem ehrgeizigen Projekt eines Pendler-Radschnellwegs quer durch das Ruhrgebiet könne man sich allerdings auch vorstellen, dass das Land etwa mit dem Modell des Landesbetriebs Straßen.NRW diese Aufgaben übernehmen könne.

Geplant sei etwa eine "Akademikerroute", die die Standorte der Universität Essen/Duisburg in den beiden Revierstädten verbinden soll. Auch die Beschäftigten der angrenzenden ThyssenKrupp-Zentrale sollen von dem neuen Radweg profitieren. Der erste Abschnitt vom Essener Norden bis zum Mülheimer Stadtgrenze sei bereits fertig gestellt.

Bei den Planungen für den weitgehend kreuzungsfreien Radschnellweg hoffe man noch in diesem Monat auf grünes Licht für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie, sagte Tönnes. Die bundesweit einmalige asphaltierte Radtrasse soll auf einer Strecke von 85 Kilometern von Duisburg nach Hamm quer durch das Ruhrgebiet führen. Wegen der hohen Kosten hatte es zuletzt auch Widerstand gegen das Projekt gegeben. - lnw

Quelle: wa.de

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