Wesselinger Kerosinsee: Nach drei Jahren gut ein Viertel abgepumpt

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Shell-Pressesprecher Constantin von Hohensbroech hielt im Februar 2013 in der Nähe der Raffinerie in Wesseling eine Flasche mit Kerosin und Wasser in der Hand.

KÖLN/WESSELING - Im Februar 2012 liefen in der Rheinland-Raffinerie von Shell eine Million Liter Kerosin unentdeckt in die Erde. Seitdem sind Brunnen im Einsatz, über die der Treibstoff abgepumpt wird.

Drei Jahre nach dem Pipeline-Leck in der Shell Rheinland-Raffinerie, bei dem rund eine Million Liter Kerosin in der Erde versickert sind, kommen die Abpumparbeiten nur langsam voran. Rund 280 000 Liter, also gut ein Viertel, hätten die Brunnensysteme bisher an die Oberfläche gebracht, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die komplette Sanierung werde noch Jahre dauern, sagte Shell-Sprecher Constantin von Hoensbroech. Der Flugzeug-Treibstoff war Ende Februar 2012 über einen Zeitraum von vier Wochen unbemerkt aus einem Leck der Raffinerie ausgetreten. Ein unterirdischer Kerosinsee mit einer Fläche von knapp sechs Fußballfeldern entstand in sieben Metern Tiefe.

 Umweltexperten sind skeptisch, ob es jemals gelingen wird, den Boden in Wesseling vollständig zu reinigen. In den folgenden Monaten waren weitere Lecks bekanntgeworden. Im Januar 2014 brannte ein Tank mit krebserregendem Toluol. Das NRW-Umweltministerium sowie die Kölner Bezirksregierung hatten zu dem Zeitpunkt bereits eine Überprüfung des Sicherheitsmanagements in der Raffinerie verlangt. Das Unternehmen komme bei der Überprüfung gut voran, sagte der Shell-Sprecher am Donnerstag. Von den 17 000 Rohrleitungen, durch die wassergefährdende Stoffe wie Mineralöl, Benzin oder Diesel fließen, sei ein Viertel bereits kontrolliert worden.

Das Ergebnis: Lediglich eine vier Kilometer lange Leitung habe ausgetauscht werden müssen. Der Nordtrasse, aus der das Kerosin 2012 ausgetreten war, hätten Experten hingegen noch eine Lebensdauer von zehn Jahren bescheinigt. Dennoch habe sich das Unternehmen entschlossen, auch diese zu ersetzen. Bis zum Abschluss der Überprüfung im Jahr 2018 will Shell nach eigenen Angaben jedes Jahr einen Betrag im zweistelligen Millionenbereich für Kontrollen und Instandsetzungen ausgeben. Unter anderem kämen Roboter zum Einsatz, die durch die Leitungen fahren und Daten zur Berechnung der Wandstärke liefern. Eine Sprecherin der Kölner Bezirksregierung bestätigte am Donnerstag, dass die Raffinerie regelmäßig Mitteilung erstatte über den Stand der Kontrollen und im vorgegebenen Zeitplan liege.

dpa

Quelle: wa.de

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