Absoluter Ausnahmefall

Ex-Sicherungsverwahrter will zurück in den Knast - JVA Werl will ihm helfen

Ein Ex-Sicherungsverwahrter will zurück in die JVA.

Ein Sicherungsverwahrter, der unbedingt wieder ins Gefängnis wollte: Diese Geschichte sorgt in der Werler JVA für erhöhte Aufmerksamkeit. Und so etwas, sagt der stellvertretende Anstaltsleiter Dr. Jörg-Uwe Schäfer, sei tatsächlich ein absoluter Ausnahmefall. „Aber wir sind aufnahmebereit.“

  • Ein 64-jähriger Bankräuber saß erst in Aachen, dann in Werl in Sicherungsverwahrung.
  • Nach seiner Freilassung will er zurück hinter Gitter.
  • Die JVA Werl will helfen.

Werl – Im Frühjahr war der heute 64-jährige Bankräuber aus der Sicherungsverwahrung (SV) in Werl als mittlerweile „ungefährlich“ in Richtung Rheinland entlassen worden. Mit besten Prognosen Dank Arbeitsstelle, Ehrenamt, Wohnsitz und auch Krankenversicherung. 

Was den Mann nun dazu brachte, sich vor einigen Tagen bei der Justizvollzugsanstalt Aachen zu melden und um Wiederaufnahme in das Gefängnis zu bitten, darüber könne man nur spekulieren, sagt Schäfer. Fragen kann man den ehemaligen SVer nicht mehr: Er habe sich offenbar umentschieden und die JVA Aachen wieder verlassen. 

Erst saß er in Aachen, dann ging es nach Werl

Dort hatte er einst eingesessen, auch einen Teil der SV verbracht, ehe die Aachener SVer alle nach Werl in die Zentralunterbringung aller NRW-Sicherungsverwahrten verlegt wurden – auch R. 

Zumindest soll der Mann noch gesagt haben, nach Werl wolle er nicht zurück, fügt Schäfer an. Dort aber müsste er sich „nur melden“, um ihm helfen zu können, sagt der Anstalts-Vize. Und man sei alarmiert und vorbereitet für den Fall, dass der Ex-SVer tatsächlich vorspricht.

"Wir würden ihn sogar abholen"

„Wir würden ihn sogar abholen, wenn er das will“, sagt Schäfer. Denn natürlich sei den Justizbehörden daran gelegen, dass ein Entlassener keinen Blödsinn macht, um wieder ins Gefängnis zu kommen. Davon gehe man zunächst auch in diesem Fall gar nicht aus. 

So sieht ein "Appartement" für "Rückkehrer" aus.

Es gibt in der JVA Werl für solche Fälle eigens ein kleines Appartement; denn in einem Haftraum würde man den SVer nicht stecken dürfen. „Er ist ein freier Bürger“, sagt Schäfer. Das setzt Grenzen. So könnten die Behörden nun auch nicht hinter ihm her telefonieren. „Das muss alles freiwillig geschehen und von ihm aus kommen.“ Da aber nicht ausgeschlossen ist, dass der Mann sich womöglich in seelischer Not befindet, stehe man bereit, ihm alle Hilfen zu bieten. 

Auch eine Küche..
..und ein Badezimmer gibt es in dem Appartement.

„Ein Sozialarbeiter wird sich kümmern und er kann ein paar Tage bei uns bleiben“, sagt Schäfer. Bislang war der Sonderraum mit Dusche und Küchenzeile nur zweimal besetzt, um entlassenen Häftlingen für den Übergang Wohnraum, für ein paar Tage zu bieten. Wer die Räume nutz, müsse sich natürlich an die Regeln der JVA halten, sagt Schäfer. Aber er ist und bleibt eines: frei.

Anders lief es bei Daniel V. Er saß ebenfalls in der Werler Sicherungsverwahrung und ergriff die Flucht. Nach mehreren Monaten auf freiem Fuß, wurde er gefasst.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare