JVA Werl

Fahndung erfolgreich: Polizei nimmt gesuchten JVA-Insassen fest

Die Polizei hat den gesuchten Sicherungsverwahrten aus der JVA Werl in Düsseldorf festgenommen.
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Die Polizei hat den gesuchten Sicherungsverwahrten aus der JVA Werl in Düsseldorf festgenommen.

[Update 15.10 Uhr] Der seit Freitag gesuchte Sicherungsverwahrte aus der JVA Werl wurde inzwischen von der Polizei festgenommen.

Werl - Wie JVA-Sprecherin Verona Voigt am Dienstag mitteilte, habe die Polizei den Gesuchten am Dienstagmorgen gegen 9.15 Uhr in der Nähe des Düsseldorfer Hauptbahnhofs aufgegriffen und in Polizeigewahrsam genommen.

GefängnisJVA Werl
AnstaltsleitungThomas König
Haftplätze1034

Werl: JVA-Insasse kehrt nicht von Ausgang zurück

Nach Polizeiangaben wurde der Gesuchte im Rahmen intensiver Fahndungsmaßnahmen von Polizeibeamten in Düsseldorf erkannt. „Nach Ansprache nannte er seinen Namen und konnte ohne Gegenwehr festgenommen werden“, heißt es im Polizeibericht. Augenscheinlich habe er unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln gestanden. Aktuell und in den nächsten Tagen werde geprüft, ob durch den Flüchtigen in der Zwischenzeit Straftaten begangen wurden.

Klar sei, dass der Mann wieder zurück in die Sicherungsverwahrung nach Werl komme, so Voigt. Der Zeitpunkt stehe aber noch nicht fest. Unklar sei auch noch, was das unerlaubte Fortbleiben für den schrittweisen Lockerungsprozess bedeutet, der bereits vor einigen Jahren mit Ausführungen und begleiteten Ausgängen begonnen hatte. Zunächst müssten die genauen Umstände des aktuellen Vorfalls geklärt werden, so Voigt. Auf jeden Fall habe der Sicherungsverwahrte nicht nur zeitlich gegen die Auflagen des Ausgangs verstoßen, sondern auch räumlich. Denn genehmigt gewesen sei nur ein Ausgang im Bereich der Städte Soest und Werl.

Der 68 Jahre alte Untergebrachte hatte die JVA am 3. September um 8.32 Uhr zu einem unbegleiteten Ausgang verlassen und war nicht wie vereinbart um 15.30 Uhr zurückgekehrt.

Der Untergebrachte befand sich laut JVA seit dem 12. Juni 2016 in der Werler Sicherungsverwahrung. Wegen schweren Raubes in Tateinheit mit Freiheitsberaubung war er zuletzt zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Zusätzlich wurde die anschließende Unterbringung in der Sicherungsverwahrung angeordnet.

Wegen zwei Tötungsdelikten verurteilt

1979 war der Mann bereits wegen zweier Tötungsdelikte zu langen Haftstrafen verurteilt worden.

Um ihn nach und nach auf eine mögliche Entlassung und ein Leben in Freiheit vorzubereiten, seien dem Sicherungsverwahrten zunächst fünf Ausführungen in Begleitung eines Vollzugsbediensteten gewährt worden, so Voigt.

JVA Werl: Zuvor liefen alle Ausgänge „beanstandungsfrei“

Ein Begleitausgang, also ein Ausgang unter Begleitung einer von der JVA zugelassenen Person, fand erstmals am 7. September 2017 statt. Insgesamt habe der Untergebrachte bislang 47 Begleitausgänge „beanstandungsfrei“ absolviert, so Voigt. „Darauf aufbauend erfolgte der erste unbegleitete Ausgang am 30. Juli 2021.“ Auch dieser verlief laut JVA beanstandungsfrei. 

Seit 2016 war der Gesuchte in der Sicherungsverwahrung der JVA Werl untergebracht.

Vom zweiten unbegleiteten Ausgang kehrte der Mann nicht zurück. Auch telefonisch war er nicht erreichbar. Ob es sich um eine Flucht handelte, blieb zunächst unklar. Die Polizei vermutete, es könnte sich auch um einen medizinischen Notfall gehandelt haben. Der Sicherungsverwahrte sei „gesundheitlich angeschlagen“. Er wirke schwächlich und angeschlagen und sei abhängig von Betäubungsmitteln. Die Polizei warnte ausdrücklich davor, selbst an den Gesuchten heranzutreten.

Die Sicherungsverwahrung

In Werl sind alle Sicherungsverwahrten des Landes NRW untergebracht. Infolge der Zentralisierung wurde die JVA Aachen als Standort für Sicherungsverwahrung (SV) aufgegeben. Wichtig war die räumliche und vollzugliche Trennung von der Strafhaft. Denn Menschen in Sicherungsverwahrung haben ihre Strafen verbüßt. Wenn sie aber als zu gefährlich gelten, um sie nach der Strafhaft zu entlassen, wird die SV verhängt, um die Bevölkerung zu schützen. In regelmäßigen Abständen wird gutachterlich überprüft, ob eine Sicherungsverwahrung noch nötig ist oder nicht. Wenn Gutachten Ungefährlichkeit attestieren, wird der Sicherungsverwahrte auf seine Entlassung vorbereitet.

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