Tod in der JVA Werl

Kurz vor der Entlassung: Häftling erhängt sich in seiner Zelle

+
In der JVA Werl hat es einen Todesfall gegeben.

[Update 12.36 Uhr] Werl - Ein Häftling der Justizvollzugsanstalt Werl hat sich in seiner Zelle erhängt. Das teilte die Anstalt am Montagmorgen mit. Zu den genaueren Umständen wollte die JVA unter Verweis auf laufende Ermittlungen keine Aussagen machen. Es gebe aber aktuell keinen Hinweis auf ein Fremdverschulden.

Am Sonntag sei der Gefangene in seinem Haftraum stranguliert aufgefunden worden. Bei der Frühstücksausgabe am Morgen hätten Beamte den Mann vorgefunden, teilt die Justizvollzugsanstalt auf Anfrage mit.

"Sofort eingeleitete Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg", sagt die Sprecherin der JVA, Verona Voigt. Ein Arzt habe nur noch den Tod des Mannes feststellen können.

Das Frühstück nehmen die Häftlinge in den Hafträumen ein. Der 53-Jährige war in einem Einzelhaftraum untergebracht und verbüßte eine Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern.

"Der Gefangene galt als nicht suizidgefährdet"

Seine Entlassung stand kurz bevor: Er wäre im September frei gekommen. Warum er sich so kurz vor der Freiheit das Leben nahm, ob es einen Abschiedsbrief gab – dazu sagt die JVA nichts. All das sei nun Gegenstand der Ermittlungen.

Auch zur Frage, womit der Häftling sich umbrachte, gibt es keine Aussage. Aber: "Der Gefangene galt als nicht suizidgefährdet", so Voigt. Polizei und Staatsanwaltschaft seien sofort unterrichtet worden und haben die Todesermittlungen aufgenommen.

Bereits der zweite Selbstmord in diesem Jahr

Was bleibt, ist die mögliche psychische Belastung für die Beamten, die den Mann gefunden haben. In der JVA gibt es speziell geschulte Beamte für solche Situationen, die auch Ansprechpartner sind für die Kollegen, die mit Todesfällen in Zellen konfrontiert sind.

"Wenn es Gesprächsbedarf gibt, können die Beamten da Hilfe finden", sagt Verona Voigt. 

Es ist bereits der zweite Selbstmord in der Werler Anstalt in diesem Jahr. Am 2. April war beim morgendlichen Aufschluss gegen 6 Uhr ein 28-jähriger Strafgefangener in seinem Haftraum tot aufgefunden worden. Auch er hatte sich erhängt, und zwar am Fenster.

Der Gefangene hatte sich seit Februar 2018 in Haft und seit November 2018 in der JVA Werl befunden. Der Mann hatte eine dreijährige Freiheitsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung zu verbüßen. Aber auch er hatte nicht als selbstmordgefährdet gegolten. Polizei und Staatsanwaltschaft wurden ermittelten auch in diesem Fall.

Sie befinden sich in einer psychischen Ausnahmesituation? Hier bekommen Sie Hilfe!

Lesen Sie auch: 

Islamisten im Gefängnis: So bewertet die Werler JVA die Situation vor Ort

Drei JVA-Angestellte verletzt: Häftling beißt zu

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare