32-Jähriger war am 20. März bei Ausgang entkommen

Aus der JVA Werl getürmter Insasse nach monatelanger Flucht gefasst - in Serbien Raub begangen?

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Nach monatelanger Flucht ist der als gefährlich eingestufte Sicherungsverwahrte aus der JVA Werl in Serbien gefasst worden.

[Update 14.56 Uhr] Nach monatelanger Flucht ist der als gefährlich eingestufte Sicherungsverwahrte Daniel V. aus der JVA Werl in Serbien gefasst worden. Der 32-Jährige sei festgenommen worden, sagte Moritz Kotkuhn von der Bielefelder Staatsanwaltschaft am Dienstag auf Anfrage unserer Redaktion.

Werl/Bielefeld - Nach dem Deutschen mit serbischen Wurzeln war europaweit gefahndet worden. Der Insasse war in der Justizvollzugsanstalt Werl in der Sicherungsverwahrung untergebracht. Bei einem Ausgang am 20. März entwischte er seinen zwei Begleitern, beide Beamte der JVA. 

Dem Mann waren nach damaligen Angaben der Ermittler keine Hand- oder Fußfesseln angelegt worden. Er schloss sich in der Wohnung seiner Eltern in Bad Salzuflen im Badezimmer ein, flüchtete durchs Fenster und entkam mit dem Auto der Eltern. 

Verdacht eines in Serbien begangenen Raubes

In einer gemeinsamen Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft Bielefeld hieß es am Dienstagnachmittag, dass der Gesuchte aufgrund eines serbischen Haftbefehls bereits Mitte September von der Polizei festgenommen worden sei. 

Nach derzeitigen Erkenntnissen befinde sich der 32-Jährige wegen des Verdachts eines im September in Serbien begangenen Raubes auf Grundlage eines serbischen Haftbefehls in Untersuchungshaft. 

Messer und Marihuana bei Festnahme gefunden

Bei seiner Festnahme in der Stadt Novi Sad sollen zwei Messer und Marihuana bei ihm gefunden worden sein. Details zu den Umständen der Festnahme seien nicht bekannt. 

Die Behörden hatten den Flüchtigen stets als gewalttätig bezeichnet. Nach mehreren Straftaten soll er 2014 einem Türsteher ins Bein geschossen haben. Er wurde zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt, kam im März 2018 in die Sicherungsverwahrung. 

JVA-Chef zeigt sich erleichtert

Erleichtert zeigte sich am Dienstagmorgen die JVA Werl. „Wenn das zutrifft, ist das für uns eine gute Nachricht“, sagt Anstaltsleiter Thomas König. Gegen die beiden Beamten läuft ein Disziplinalverfahren. Die Frage ist, ob die sie Flucht hätten verhindern können oder gar müssen. 

Seit vielen Wochen war den Ermittlern klar, dass V. sich in Serbien aufhält. Auch der genaue Aufenthaltsort war bekannt. Über die Botschaft versuchte die Staatsanwaltschaft, Möglichkeiten eines Zugriffs im Nicht-EU-Land Serbien zu klären. Eine Rückführung des Mannes oder die Abgabe der weiteren Vollstreckung an die serbischen Behörden prüft die Staatsanwaltschaft Bielefeld.

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Quelle: wa.de

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