Weniger Immobilien unter dem Hammer

Ratingen - Die Zahl der Zwangsversteigerungen von Immobilien ist in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr weiter gesunken.

Während im Jahr 2015 in dem Bundesland pro 100 000 Einwohner 114 Immobilien unter den Hammer kamen, waren es im vergangenen Jahr noch 90 Objekte. Besonders betroffen von Zwangsversteigerungen seien neben Ruhrgebietskommunen wie Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und Dortmund auch Wuppertal und Köln gewesen, teilte der Fachverlag Argetra aus Ratingen bei Düsseldorf mit.

Negativer Spitzenreiter bei den Zwangsversteigerungen sei bundesweit jedoch Sachsen-Anhalt gewesen mit 147 Fällen pro 100 000 Haushalte. Mit nur 18 Fällen bezogen auf 100 000 Haushalte sei der Wert dagegen in Hamburg am geringsten gewesen.

Bundesweit waren 2016 insgesamt rund 31 000 Gerichtstermine für Zwangsversteigerungen angesetzt worden, davon rund 7800 in NRW. Bundesweit war die Zahl damit im Vergleich zu 2015 um rund 7000 gesunken. Dabei wurden Immobilien im Wert von 4,85 Milliarden Euro aufgerufen. Im Jahr zuvor hatte diese Zahl noch bei 6,03 Milliarden Euro gelegen. Der Fachverlag wertet für seine Untersuchung die Zwangsversteigerungstermine bei rund 500 Amtsgerichten aus.

Aufgrund der niedrigen Zinsen sei die Nachfrage nach Immobilien weiter ungebrochen, sagte Argetra-Geschäftsführer Axel Mohr. Etwa jede zweite Immobilie sei jedoch bereits vor der Versteigerung von den Banken verkauft worden. Pro Objekt seien die Verkehrswerte auf durchschnittlich 157 000 Euro gesunken. In mehr als zwei von drei Fällen seien Eigentumswohnungen oder Ein- und Zweifamilienhäuser unter den Hammer gekommen.

Hintergrund der Zwangsversteigerungen seien oft private Notlagen, sagte Mohr. Bei notwendigen Renovierungen erhielten viele alleinstehende alte Menschen auch dann keinen Kredit mehr, wenn sie in nicht belasteten Immobilien lebten. Sollten die derzeit niedrigen Zinsen wieder ansteigen, sei auch wieder mit einer Zunahme der Zwangsversteigerungen zu rechnen.

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

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