Weltrekord auf der Essener Zeche Zollverein

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Weit gereist und exotisch angehaucht: Die Russin Elena Zhmaeve mit ihrem auffälligen MX5 in Essen. ▪

ESSEN ▪ Die Kulturhauptstadt Europas, das Ruhrgebiet mit Essen, war am Samstag Cabrio-Hauptstadt Europas und wird fortan mit einem Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde geführt werden.

Von der Zeche Zollverein aus starteten mehr als 500 Mazda MX5 zum längsten Korso, der je mit dem japanischen Kult-Roadster gefahren wurde. In der Wertung waren am Ende der 3,4 Kilometer langen Strecke 459 Fahrzeuge, die gleichzeitig rollten. Den bisherigen Rekord in dieser Kategorie, 249 Autos in Reihe, hatten neuseeländische MX-5-Fans im Jahr 2005 aufgestellt.

Teilnehmer aus 16 Nationen waren mit ihren Zweisitzern nach Essen gekommen, von Schweden bis Italien, von Russland bis Spanien. Bei 600 Meldungen mussten die Organisationen im Vorfeld die Bücher schließen, mehr Fahrzeuge wurden aus sicherheitstechnischen Gründen nicht zugelassen.

Mit die weiteste Anreise hatte die 27-jährige Elena Zhmaeve vom Moskauer MX5 Club. „Wir sind mehr als 3000 Kilometer gefahren,“ berichtet die stolze Besitzerin eines MX5 des Modelljahres 2009. Ihr Roadster bewarb sich im Beauty-Kontest um den Titel des schönsten Autos. Seine auffällige Lackierung wies die Besitzerin als „Miss Miata Moskau“ aus.

Miata, so hieß der Wagen, als er 1989 zunächst in den USA auf den Markt kam und auf Anhieb ein riesen Erfolg wurde. Offiziell begann der Verkauf in Europa erst 1990, doch die ersten Roadster kamen vorher schon auf grauen Wegen als Reimporte nach Europa.

Einer der ersten dieser Grauimporte war auch in Essen dabei, ein 21 Jahre und 2 Monate alter, roter Miata aus Tschechien. Den Kilometer-König fuhr ein Schweizer vor, sein MX5 hatte bei der Siegerehrung 344 624 Kilometer auf der Uhr.

Pünktlich um 17:30 Uhr setzte sich der Pulk vom improvisierten Großparkplatz auf dem Gelände in Bewegung. Die größte Hürde war die Rekordvorgabe, wonach nur Autos gewertet werden konnten, die auf der vorschriebenen Strecke in Reihe rollen mussten. Wie an einer Schnur aufgereiht zuckelte der Tross aus dem Haupttor des alten Zeche durch die Siedlung zur Kokerei.

Ein Gaudi für die Anwohner, die in bester Revier-Tradition in ihren Fenstern lagen oder die Gartenstühle vor die Tür geschleppt hatten, um dem Cabrio-Schauspiel die Kulisse zu geben. „Mach ma Gummi!“, „Lass doch ma richtich gehen!“ und ähnlich kluge Sprüche konnten sich die Korsoteilnehmer immer wieder anhören, denn offen fahren war unausgesprochen Pflicht.

Quelle: wa.de

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