"Einsatzkräfte und verletzte Person in akute Gefahr gebracht"

Schwerer Motorradunfall auf der B516: Autofahrer bedroht Feuerwehrmann - Entsetzen bei den Rettungskräften

Schwerer Motorradunfall: Feuerwehr mit Faust bedroht
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Der Unfall ereignete sich mitten auf der Kreuzung. Der Motorradfahrer wurde schwer verletzt.

Auf der B516 in Allagen hat sich am Samstagvormittag ein schwerer Motorradunfall ereignet. Ein schwer verletzter Warsteiner musste in eine Spezialklinik geflogen werden. Das Verhalten mancher Autofahrer sorgte bei den Einsatzkräften für Fassungslosigkeit und könnte rechtliche Konsequenzen haben.

Allagen - Bei einem Verkehrsunfall auf der B516 in Warstein-Allagen wurde am Samstagvormittag ein Motorradfahrer aus Warstein schwer verletzt. Der 56-Jährige war gegen 10.45 Uhr auf der Möhnestraße von Niederbergheim kommend unterwegs, als ihm an der Kreuzung B516/Udenstraße/Viktor-Röper-Straße ein Autofahrer die Vorfahrt nahm. Der 51-jährige Autofahrer aus Warstein war aus der Gegenrichtung gekommen und bog nach links auf die Viktor-Röper-Straße Richtung Haus Dassel ab.

Dabei übersah er den Motorradfahrer - es kam zur Kollision, bei der der Motorradfahrer auf seiner Yamaha schwere Verletzungen erlitt. Zwei Ersthelferinnen kümmerten sich umgehend um den Mann, die Einsatzkräfte der Löschgruppe Allagen und der Rettungsdienst übernahmen die Versorgung kurze Zeit später. Der Rettungshubschrauber "Christoph Dortmund" flog den Warsteiner in eine Spezialklinik.

Der Motorradfahrer aus Warstein wurde in eine Spezialklinik geflogen.

Für Fassungslosigkeit und Entsetzen bei allen Einsatzkräften sorgten Autofahrer: Die Unfallstelle lag mitten im Kreuzungsbereich - die Straße musste dementsprechend in alle vier Richtungen voll gesperrt werden. Dies wurde von einigen Leuten nicht akzeptiert: Noch während der am Boden liegenden Motorradfahrer von den Rettungskräften versorgt wurde, bahnten sich zwei Autofahrer, die aus Richtung Niederbergheim gekommen waren, einen Weg durch die Absperrung. 

Mehrere Autofahrer scherten sich nicht um die Absperrung und fuhren einfach in die Unfallstelle.

Ein Feuerwehrmann wollte sie zur Rede stellen: "Der erste Autofahrer ist einfach schnell weiter gefahren", berichtete er. Der zweite Autofahrer habe mit herunter gelassener Scheibe gesagt, dass er es nunmal eilig habe, reckte demonstrativ seine Faust in die Richtung des Feuerwehrmanns und gab Vollgas. 

Ihr mit nichts zu rechtfertigendes Verhalten könnte für die Autofahrer nun juristische Konsequenzen haben: Ein Passant, der die Situation verfolgt hatte, zückte sein Handy und fotografierte die Nummernschilder der rücksichtslosen Verkehrsteilnehmer. Ein Anzeige soll folgen.

Die Straße war in alle vier Richtungen gesperrt.

Auch im weiteren Verlauf sorgten Autofahrer für Chaos: Ein Senioren-Paar, das mit seinem VW Polo von der Udenstraße Richtung B516 gekommen war und vor der Absperrung Halt machen musste, lenkte nach links und fuhr über einen angrenzenden Schotter-Parkplatz mitten in die Unfallstelle. Bei der anschließenden Ansage durch den Einsatzleiter der Polizei zeigte der Fahrer wenig Einsicht. Der Fahrer eines VW-Kleinbusses rief lauthals Beleidigungen in Richtung der Presse.

Feuerwehr: "Einsatzkräfte und verletzte Person wurden in akute Gefahr gebracht"

"Bei diesem Einsatz wurden die Einsatzkräfte und auch die verletzte Person durch mehrere Verkehrsteilnehmer in akute Gefahr gebracht", betonte Feuerwehrsprecher Kevin Hoebusch. Er ergänzte: "Wir möchten noch einmal an den gesunden Menschenverstand appellieren, nicht durch die Absperrungen von Feuerwehr oder Polizei zu fahren." 

Die Feuerwehr musste vor Ort mehrfach den Kontakt zu Autofahrern suchen und sie mit ihrem Verhalten konfrontieren.

In Richtung derjenigen, an die dieser Appell gerichtet war, unterstrich er: "Sie gefährden und behindern die Einsatzkräfte bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit und bringen zusätzlich Betroffene und Verletzte in weitere Gefahr. Bitte diskutieren Sie nicht mit den Einsatzkräften, denn eine Sperrung hat immer einen wichtigen Grund."

Jörg Niehüser von der Polizei fand klare Worte für das Verhalten der Autofahrer.

"Es ist unfassbar. Rettungskräfte und Polizei werden bei der Arbeit behindert. Sie wollen den Betroffenen helfen und gleichzeitig suchen sich irgendwelche Verkehrsteilnehmer einen Weg über einen Grünstreifen und denken gar nicht daran, einen Umweg in Kauf nehmen zu müssen", sagte Polizei-Einsatzleiter Jörg Niehüser. 

Fehlender Respekt gegen Retter: "Es ist schlimmer geworden"

"Dass Feuerwehrleute dann auch noch bedroht werden, geht natürlich gar nicht! Das Aggressionsverhalten der Leute nimmt zu. Es ist schlimmer geworden. Die Einsatzkräfte wollen helfen, werden aber von Uneinsichtigen davon abgehalten."

Lesen Sie auch: Bereits am Freitag ereignete sich nicht weit entfernt ein schwerer Unfall, bei dem einer Motorradfahrerin die Vorfahrt genommen worden war. Auch hier war ein Hubschrauber im Einsatz.

Quelle: wa.de

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