Nahverkehr im Ruhrgebiet lahmgelegt - Kitas geschlossen

Warnstreiks in NRW stellen Pendler und Eltern vor Probleme

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[Update 14.57 Uhr] Essen - Den ganzen Tag keine Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen. Der öffentliche Nahverkehr wird in vielen NRW-Städten am Dienstag bestreikt. Auch zahlreiche kommunale Kitas werden nicht öffnen.

Mit einer Warnstreikwelle bei kommunalen Verkehrsbetrieben hat Verdi den öffentlichen Nahverkehr in vielen Städten des Ruhrgebiets lahmgelegt. Viele Arbeitnehmer wichen bei Winterwetter mit Neuschnee auf das Auto aus. Auf der Autobahn 40, dem Ruhrschnellweg, reihte sich ein Stau an den anderen. 

Die Gewerkschaft will an diesem Mittwoch den Schwerpunkt ihrer Aktionen bei Verkehrsbetrieben auf das Rheinland legen. So sollen dann in Köln, Düsseldorf und Bonn weder Busse noch U-Bahn oder Straßenbahnen fahren. 

Warnstreiks im öffentlichen Dienst in NRW

Staus auf den Autobahnen: Besonders auf der A40 kam es am Dienstag in beiden Richtungen immer wieder zu Staus von bis zu 20 Kilometern und Verzögerungen von bis zu einer Stunde. Die Gesamtlänge aller Staus in Nordhein-Westfalen summierte sich am Dienstag nach einer Übersicht des WDR in der Spitze auf fast 400 Kilometer Länge. Auch das Wetter spielte eine Rolle. 

Öffentlicher Nahverkehr: Schwerpunkt der Arbeitsniederlegung war das Ruhrgebiet, in Dortmund, Essen, Duisburg oder Bochum fuhren weder Busse noch städtische Bahnen. Zum Betriebsbeginn am frühen Morgen wurde die Arbeit niedergelegt, der Streik dauert in den meisten Fällen den kompletten Dienstag. Nicht vom Streik betroffen sind Regional und S-Bahnen. 

Alternativen zu Bus und Bahn: Die Taxen in Dortmund beförderten nach Unternehmensangaben ein Viertel bis ein Drittel mehr Fahrgäste als sonst. Fahrradfahrern machte mancherorts Schneefall am Morgen zu Schaffen. In Essen rückte der Räumdienst nach Verdi-Angaben nicht in voller Personenlstärke aus, in anderen Städten wie Duisburg gab es keine Einschränkungen. 

Probleme bei der Kinderbetreuung: Neben dem Nahverker waren Kitas ein Streikschwerpunkt. In Duisburg wurden 80 Prozent der städtischen Betreuungsstätten bestreikt, auch in anderen Ruhrgebietsstädten kam es zu massiven Einschränkungen. Am Mittwoch bleiben 31 Kindertagesstätten in Gelsenkirchen geschlossen. Eine Notversorgung soll es in Gelsenkirchen aber geben. 

Auch der Müll bleibt stehen: Auch Mitarbeiter von Bürgerämtern und der Müllabfuhr nahmen laut Gewerkschaft am Warnstreik teil. So dürften auch am Mitwoch in mehreren Städten viele Mülltonnen ungeleert stehen bleiben. 

Reaktionen: Neben Frustration äußerten einige Betroffene auch Verständnis für den Streik: "Wir sollten öfter mal streiken und den Arbeitgebern zeigen, dass wir auch nur Menschen sind, die mehr Geld brauchen", sagte ein 25-Jähriger vor dem Essener Hauptbahnhof. "Das ist nicht der richtige Weg - es trifft die Falschen", kritisierte eine 49-jährige Frau. 

Wieder ÖPNV am Mittwoch - diesmal im Rheinland: Auch am Mittwoch wird weiter gestreikt im Nahverkehr, dann sind unter anderem Köln, Düsseldorf und Bonn betroffen. Die Rheinbahn wird in der Landeshauptstadt nur einige Buslinien bedienen, die U- und Straßenbahnen werden nicht fahren. Ebenfalls im Depot bleiben die Fahrzeuge der Kölner Verkehrsbetriebe. In den am Dienstag bestreikten Städten soll der Verkehr am Mittwoch hingegen wieder normal laufen. 

Keine Einigung in Sicht: Bei der Kundgebung in Düsseldorf bekräftigen am Dienstag nach Angaben der Gewerkschaft 1800 Arbeitnehmer die Forderung nach deutlichen Einkommensverbesserungen. Verdi fordert im Tarifstreit zwischen Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Geld für die insgesamt 2,3 Millionen Beschäftigten, mindestens aber 200 Euro monatlich zusätzlich. Die dritte Verhandlungsrunde ist für Mitte April in Potsdam terminiert. - dpa

Quelle: wa.de

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