Vielerorts Stillstand

Warnstreiks im öffentlichen Dienst - Viele vorbereitet

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[Update, 11.50 Uhr] NRW - Busse und Bahnen stehen still, doch die meisten nehmen das gelassen hin. Es geht ja auch mit dem Fahrrad oder zu Fuß.

Mit den massivsten Warnstreiks seit Jahren hat die Gewerkschaft Verdi am Dienstag in Nordrhein-Westfalen Druck in den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst gemacht. Busse und Bahnen blieben fast überall in den Depots. Bestreikt wurden auch andere Einrichtungen wie die Müllabfuhr oder Stadtverwaltungen. Ein Sprecher von Verdi registrierte eine sehr hohe Beteiligung.

Viele Menschen hatten sich auf Ausfälle im Nahverkehr eingestellt. Es verkehrten auch einige öffentliche Linien weiter, die Deutsche Bahn und private Nahverkehrsunternehmen sind ohnehin nicht vom Streik betroffen. Auf den Straßen gab es auch kaum mehr Verkehr als sonst üblich.

In Köln hatten viele Taxifahrer nach eigener Aussage auch durch den Streik nicht mehr Fahrgäste im Berufsverkehr als sonst. Der große Ansturm blieb aus. Das berichteten auch Taxifahrer in Dortmund. Die Nachfrage sei nicht anders als sonst.

Viele Menschen hatten sich auf den Ausstand eingerichtet und fuhren mit dem Rad oder gingen zu Fuß, wie eine Gruppe von Schülern, die am Kölner Hauptbahnhof angekommen war und nun nicht mit der Straßenbahn weiterkam. "Hier kein Bahnverkehr" warnten Schriftzüge an den Stationen.

Auch beim Düsseldorfer Verkehrsbetrieb Rheinbahn ging so gut wie nichts. Die Haltestellen blieben leer, die Fahrgäste hatten sich auf den Streik eingestellt. Der Zugang zur U-Bahn im Hauptbahnhof war durch ein Flatterband gesperrt.

Die meisten Menschen nahmen die Probleme gelassen. Viele zeigten Verständnis für die Streikenden, manche übten Kritik, weil der Streik überzogen oder verfrüht sei. Im Laufe des Vormittages wollte die Gewerkschaft weitere öffentliche Einrichtungen bestreiken, wie zum Beispiel Kindertagesstätten.

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst behindern auch den Schiffsverkehr in Nordrhein-Westfalen. Auf dem Datteln-Hamm-Kanal seien am Dienstagmorgen zwei Schleusen bestreikt worden, sagte eine Sprecherin des Wasser- und Schifffahrtsamtes Rheine. Vom Nachmittag an ist auch der Dortmund-Ems-Kanal betroffen. Dann wollen in Bergeshövede die Mitarbeiter der Leitzentrale für zahlreiche Schleusen ihre Arbeit niederlegen. Auf dem betroffenen Abschnitt sei kein Schiffsverkehr mehr möglich, sagte die Sprecherin. Daneben wird die Schleuse in Münster in der Nacht nicht besetzt.

Verdi fordert für jeden Beschäftigen im öffentlichen Dienst 100 Euro mehr im Monat, darüber hinaus eine Gehaltssteigerung von 3,5 Prozent. Die Arbeitgeber hatten in der ersten und bislang einzigen Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt.

Die Gewerkschaft hat insgesamt mehr als 45.000 Beschäftigte in NRW zu Arbeitsniederlegungen am Dienstag aufgerufen. Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen werden an diesem Donnerstag fortgesetzt. - lnw

Quelle: wa.de

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