Trockener Sommer setzt Wald in NRW zu

+

[UPDATE 15.20 Uhr] NRW - Ein kalter, trüber, langer Winter und ein zeitweise sehr heißer Sommer 2013: Die Wetterschwankungen, die der Klimawandel mit sich bringt, haben negative Folgen für die Wälder in NRW. Das zeigt der diesjährige Waldzustandsbericht.

Die Hitzewellen im vergangenen Sommer haben dem Wald in Nordrhein-Westfalen stark zugesetzt. Während sich die Gesundheit der Laubbäume leicht verbessert hat, nimmt die Vitalität der Nadelbäume ab. Das zeigt der diesjährige Waldzustandsbericht, den Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) am Donnerstag in Düsseldorf vorstellte. Während der Kronenzustand der Eiche sich leicht verbesserte, leiden vor allem Fichte und Kiefer unter sogenanntem Trockenstress. "Die Hitzewellen im Sommer haben die Oberböden stark ausgetrocknet", erklärte der Leiter des Berichts, Lutz Falkenried vom Landesbetrieb Wald und Holz. Die Fichte mit der flachen Wurzel habe das besonders getroffen.

"Wir hatten in 2012 eine kurze Erholungsphase, jetzt geht der Trend wieder zur Verschlechterung", sagte Remmel. Insgesamt hat sich die Zahl der Bäume ohne Schäden laut Waldzustandsbericht 2013 auf 27 Prozent verringert. Im vergangenen Jahr hatten die Experten noch sieben Prozentpunkte mehr ungeschädigte Bäume festgestellt. Heute gebe es dreimal so viele Bäume mit starken Schäden wie zu Beginn der Aufzeichnungen vor etwa 30 Jahren.

Bei den geschädigten Bäumen steige auch das Risiko für Schädlingsbefall und Sturmschäden, erklärte Remmel. "Die Folgen von Orkan Kyrill sind immer noch zu sehen." Da mehr als 60 Prozent des Waldes im privaten Besitz sei, müssten die Eigentümer besonders informiert und beraten werden. Zudem beabsichtige das Land gemeinsam mit dem NABU und dem Landesbetrieb Wald und Holz ein Gemeinschaftsprojekt zu starten. Dabei soll ein Waldgebiet in der Westfälischen Bucht südlich von Münster naturnah hergestellt werden. Ziel sei es, herauszufinden, wie die heimischen Bäume auf den Waldböden stabilisiert werden können.

Der BUND kritisierte in einer Mitteilung die "verfehlte Waldpolitik in der Vergangenheit". Statt auf Aufforstungsexperimente sollte zukünftig auf sich selbst heraus gewachsene Wälder gesetzt werden. Schadstoffeinträge aus Industrie, Verkehr und industrieller Landwirtschaft seien die Ursache für die Schäden.

Die Waldzustandserhebung wird bundesweit seit 1984 jährlich von den Ländern durchgeführt. Die Experten aus der Forstwirtschaft analysieren systematische Stichproben, die jeweils im Juli und August genommen werden. Sie bewerten dabei die Baumkronen von rund 10 000 Buchen, Eichen, Kiefern und Fichten. - lnw

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare