Update 15.50 Uhr / Spektakulärer Fund

Zoll findet 700 Waffen und 2,2 Tonnen Munition in Schwerte

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Schusswaffen, die in einem Einfamilienhaus gefunden worden sind, werden im Zollfahndungsamt in Essen gezeigt. Mehr als 600 Lang- und Kurzwaffen sowie 2,2 Tonnen unterschiedlicher Munition hat die Zollfahndung bei einem 54-jährigen Mann aus Schwerte in seinem Einfamilienhaus in einer Wohnsiedlung sichergestellt, teilte die Zollfahndung auf ihrer Jahrespressekonferenz mit.

[UPDATE 15.50 UHR] ESSEN - Ermittler des Zollfahndungsamtes Essen haben in einem Einfamilienhaus in Schwerte rund 700 Waffen und rund 2,2 Tonnen Munition sichergestellt.

"Wir konnten kaum glauben, dass jemand so viele Waffen in seinem Haus hortet, wo er mit Frau und Sohn wohnt. Unsere Leute haben zwei Tage lang Gewehre und Pistolen da herausgeholt", sagte der Leiter der Essener Behörde, Hans-Joachim Brandl bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

Der 54 Jahre alte Bewohner hatte keine gültige Genehmigung für den Handel mit Waffen, sondern benutzte die eines Freundes. Unter seinen Kunden seien Sammler und Jäger gewesen.

Überall im Haus, ob Flur, Schlafzimmer oder Keller, hätten die Waffen ungesichert herumgestanden und gelegen, schilderten die Fahnder. Auch ein illegaler Stockdegen und ein Schießstock gehörten zu dem im März 2015 entdeckten privaten Arsenal.

Die Waffen wurden sichergestellt. Die Ermittlungen in dem Fall dauern noch an.

Die Essener Behörde, das größte von acht Zollfahndungsämtern bundesweit, stellte am Dienstag außerdem ihre herausragende Fälle des vergangenen Jahres vor.

So schnappten Zöllner sechs Männer, die zwischen Osteuropa und Belgien Zigaretten im großen Stil schmuggelt und in Bielefeld ein Lager betrieben haben sollen. Ihnen seien insgesamt 340 Millionen Glimmstengel zugeordnet werden. Der Steuerschaden allein in diesem Fall wird mit rund 50 Millionen Euro beziffert.

In Witten hoben Ermittler ein häusliches Untergrundlabor aus, in dem ein 28 Jahre alter Physiotherapeut illegale Dopingmittel hergestellt haben soll. Gefunden wurden Anabolikaampullen, Testosteronpräparate und selbst gemachte Potenzmittel.

"Wir sind im Deliktbereich der Arzneimittelkriminalität vor allem für den Gesundheitsschutz der Verbraucher unterwegs", betonte ein Sprecher.

Fotostrecke: Spektakuläre Funde des Zolls 2014

Zollfahndungsamt Essen stellt "Top-Funde" 2014 vor

Die Fahnder stellten außerdem unter anderem chemische Grundstoffe aus Fernost zur Herstellung von 34 Millionen Ecstasypillen sicher.

In einem weiteren Fall wurden drei Tonnen Cannabis mit einem Straßenverkaufswert von 30 Millionen Euro gefunden. Zwei Männer aus dem Sauerland, die in Antwerpen festgenommen wurden, sollen das Rauschgift in Säcken mit Palmkernschalen geschmuggelt haben.

2014 hat das Zollamt Essen 3555 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Daraus ergaben sich in der Summe 415 vollstreckte Haftbefehle fast 1000 Jahre Freiheitsstrafen. - dpa

Quelle: wa.de

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