Tatverdächtige in Untersuchungshaft

Mord an Kita-Kind in Viersen? Doch keine früheren Ermittlungen gegen Erzieherin

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Eine Erzieherin in Viersen (NRW) steht unter Verdacht ein dreijähriges Mädchen ihrer Kita getötet zu haben. Die Bestürzung in der Stadt ist groß, Menschen haben vor der Kita Steine und Kuscheltiere abgelegt. 

[Update] Tragischer Vorfall in einer Kita in Viersen: Ein Mädchen soll getötet worden sein. Verdächtigt wird eine Erzieherin der Kita. Die Polizei ermittelt wegen des Mordes.

  • Ein Mädchen (3) soll in einer Kita in Viersen getötet worden sein.
  • Eine Erzieherin der Kita wird des Mordes verdächtigt.
  • Die Stadt Viersen steht unter Schock.
  • Update, 25. Mai: Gegen die 25-jährige Erzieherin, die in einer Kita in NRW eine Dreijährige getötet haben soll, ist nach Angaben der Behörden nicht schon früher wegen Übergriffen auf Kinder in Kindertagesstätten ermittelt worden. "Weder der Polizei noch der Staatsanwaltschaft lagen vor der hier in Rede stehenden Tat diesbezügliche Hinweise vor", hieß es in einer Mitteilung am Montagabend. 

    Zuvor hatte die Deutsche Presse-Agentur berichtet, die 25-Jährige habe wegenfrüherer Vorfälle in Kindergärten bereits im Fokus der Ermittler gestanden. Unklar seien aber die genauen Verdachtsmomente. Zuerst hatte die"Bild"-Zeitung darüber berichtet. 

    Mordfall in Viersen: Missverständnis bei Angaben aus Ermittlerkreisen

    Die Quelle der dpa-Meldung - eine Person aus Ermittlerkreisen - sprach später von einem Missverständnis. Auf Nachfrage wollten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montagabend nicht kommentieren, ob es in früherer Zeit Ermittlungen wegen anderer Verdachtsmomente jenseits von Übergriffen gegen Kinder gab. 

    Auch die Frage, ob es Vorfälle in Kitas gab, in denen die Frau vorher gearbeitet hatte und die keine Ermittlungen nach sich zogen, wurde von den Ermittlungsbehörden zunächst nicht beantwortet. "Weitere Informationen werden in Kürze im Rahmen einer Pressekonferenz erteilt, sobald die Ermittlungen dadurch nicht mehr gefährdet werden", teilte die Polizei mit.

    Mordfall in Viersen: Eine Stadt steht unter Schock

    Update, 23. Mai: Im Fall der in einer Kita in Viersen in NRW getöteten Dreijährigen hat die Stadt an die Bevölkerung appelliert, keine Gerüchte zu verbreiten - und auf Vorverurteilungen zu verzichten. 

    "Wir verstehen, dass der schreckliche Verdacht viele Menschen bewegt. Der Umstand, dass aufgrund der laufenden Ermittlungen mehr Fragen bestehen als Antworten mitgeteilt sind, trägt sicher zur Unsicherheit bei", hieß es auf der Facebook-Seite der Viersener Rathauses

    Die Bestürzung in der Stadt sei groß, sagte ein Stadtsprecher. Die Menschen hätten begonnen, Kerzen und Kuscheltiere vor der Kita abzulegen, um ihr Mitgefühl auszudrücken.

    Eine Erzieherin in Viersen (NRW) steht unter Verdacht ein dreijähriges Mädchen ihrer Kita getötet zu haben. Die Bestürzung in der Stadt ist groß, Menschen haben vor der Kita Steine und Kuscheltiere abgelegt. 

    Unter Verweis auf die noch laufenden Ermittlungen wollten Polizei und Staatsanwaltschaft auch am Samstag zunächst keine weiteren Angaben machen.

    Mordfall in Viersen: Kita-Kind getötet

    In einer städtischen Kita in Viersen am Niederrhein soll ein dreijähriges Mädchen von einer Erzieherin getötet worden sein. Wie die Polizei Viersen am Freitag mitteilte, sei es am 21. April zu einem Notarzteinsatz gekommen sein, da ein Kind nicht mehr atmete.

    "Aufgrund einer medizinisch unklaren Lage verständigte das Krankenhaus am 29. April 2020 die Polizei", heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei über den Vorfall in Viersen.

    Mordverdacht an Kita-Kind: Erzieherin in Untersuchungshaft

    Das Mädchen sei demnach am 4. Mai verstorben. Umfangreiche Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft sowie das Ergebnis einer rechtsmedizinischen Untersuchung hätten zu dem Verdacht geführt, dass das dreijährige Mädchen durch Fremdeinwirkung zu Tode gekommen sei. 

    Wie genau das Kind starb, wurde zunächst nicht öffentlich gemacht.

    Der Tatverdacht würde sich gegen eine Erzieherin der Viersener Kita richten. Die Ermittler haben die 25-Jährige demnach am Dienstag festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach hat sie laut Polizei und Staatsanwaltschaft am Folgetag einem Haftrichter vorgeführt. 

    Dieser ordnete wegen des Verdachts des Mordes Untersuchungshaft an.

    Mordverdacht an Kita-Kind: Erzieherin nicht mehr in Kita tätig

    Inzwischen ist die Frau offiziell nicht mehr in der Kita beschäftigt, weshalb Polizei und Staatsanwaltschaft in ihrer Mitteilung von einer ehemaligen Erzieherin berichteten.  Ob der Frau erst nach ihrer Festnahme gekündigt wurde oder ob sie bereits vorher ausgeschieden war, blieb unklar.

    Polizei und Staatsanwaltschaft wollten sich am Freitag nicht weiter äußern. Noch würden weitere Ermittlungen laufen. Sie kündigten eine gemeinsame Pressekonferenz für einen späteren Zeitpunkt an.

    Mordverdacht an Kita-Kind: Entsetzen in Viersen

    Die Viersener Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) äußerte sich bestürzt. "Das Entsetzen über den Verdacht, dass ein solches Geschehen sich in einer Kindertagesstätte ereignet haben könnte, hinterlässt uns sprachlos", sagte sie laut Mitteilung am Freitag. Sie habe der Mutter des toten Mädchens bereits persönlich ihre Anteilnahme ausgedrückt. "Meine Gedanken sind aber auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den anderen Eltern und Kindern der betroffenen Kita. Auch für diese Menschen bedeutet der Verdacht eine schwere Prüfung.

    Die Stadt werde die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft weiterhin in vollem Umfang unterstützen, versicherte Anemüller. Das Kind ist nach Angaben der Stadt bereits bestattet worden.

    Erst am Mittwochabend schockierte ein anderer Fall in NRW: In Hagen sollte eine Frau im Keller ihres Wohnhauses einbetoniert werden. Der Polizei im Sauerland gelang vor wenigen Tagen ein besonderer Ermittlungserfolg. Sie konnten nach 31 Jahren den Mord an einer jungen Frau aufklären.

    Quelle: wa.de

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