Polizei zufrieden

Videoüberwachung in NRW-Städten: Kriminalität geht zurück

+
Videoüberwachung

Dortmund - Durch die Videoüberwachung öffentlicher Plätze hat die Kriminalität nach Einschätzung der Polizei in Nordrhein-Westfalen deutlich abgenommen.

Ein Jahr nach der Einführung einer Anlage mit fünf Kameras in Dortmund ging dort die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen um 43 Prozent von 21 auf neun Fälle im Vergleich zu 2016 zurück, teilte die Polizei mit. 

In anderen NRW-Städten sieht die Situation ähnlich aus. In sieben Kommunen des Landes läuft die sogenannte Videobeobachtung. Beteiligt sind neben Dortmund noch Düsseldorf, Mönchengladbach, Köln, Duisburg, Essen und Aachen. Die Laufzeit ist unterschiedlich. 

Mönchengladbach startete als eine der ersten Städte im Jahr 2004. Aachen, die siebte Stadt, wendet die Technik erst seit Februar 2017 an einem Busbahnhof an. Dort seien die Delikte im Bereich Raub, Taschendiebstahl oder Drogenkriminalität seit der Inbetriebnahme der Anlage mit sieben Kameras deutlich zurückgegangen, sagte ein Sprecher der Aachener Polizei. 

Verlängerung geplant

Detaillierte Zahlen sollen im Februar vorgestellt werden, wenn das erste Jahr herum ist. In Dortmund kündigte Polizeipräsident Gregor Lange eine Verlängerung des Projekts für 2018 an. Er will die Ausweitung der Videobeobachtung auf andere Bereiche prüfen lassen. Derzeit läuft die Anlage nur in der innerstädtischen Brückstraße und Umgebung. 

Dort gibt es eine Disco und viele Imbisse, die bis tief in die Nacht geöffnet haben. Während die schweren Delikte in der Brückstraße seit Dezember 2016 zwar zurückgingen, stiegen gleichzeitig die Zahlen im Bereich der einfachen Körperverletzung. Das erklärt sich die Dortmunder Polizei mit der verstärkten Präsenz der Beamten. "Dadurch, dass die Kollegen vor Ort sind, bekommen sie mehr mit. 

Kriminalität verlagert sich

Zudem hat sich das Anzeigeverhalten geändert", erklärte ein Sprecher. Nachts auf der Partymeile sei eine Anzeige schnell gemacht. Einen sogenannten Verdrängungseffekt der Straftaten in andere unbeobachtete Straßen gab nach Angaben der Dortmunder Polizei nicht. Genau dies befürchten die Essener Beamten: "Die Kriminalität verlagert sich möglicherweise oder verschiebt sich", sagte eine Polizeisprecherin. 

Derzeit gebe es dafür aber keine Anzeichen. Seit Januar 2017 ist auch in Essen eine Anlage im Einsatz, am Rheinischen Platz, einem stadtbekannten Drogenumschlagplatz. Das bisherige Fazit der Polizei: Durch die Videobeobachtung habe ein Festsetzen der Szene an diesem Ort verhindert werden können. Einige Festnahmen seien erfolgt. In Köln waren im Sommer an der Domplatte Videokameras installiert worden. 

Straftaten aufklären und verhindern

Seit Dezember stehen auch die Ringe unter Beobachtung: 19 neue Kameras sollen dabei helfen, Straftaten schneller aufzuklären oder sogar zu verhindern. Für eine Bilanz sei es aber noch zu früh, hieß es bei der Polizei. Die Videobeobachtung in den Kommunen war ein Baustein im 15-Punkte-Plan der alten rot-grünen Landesregierung zur Verbesserung der Sicherheit. Die schwarz-gelbe Nachfolgeregierung unter Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) beschloss im Frühsommer, mehr Polizisten einzustellen und die Videoüberwachung auszuweiten. - dpa

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare