Gerichtsurteil

Nicht zu klein: Polizei-Bewerberin darf ins Auswahlverfahren

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Das Verwaltungsgericht Düsseldorf urteilte zu Gunsten der Polizeibewerberin.

[Update 17.22 Uhr] Düsseldorf - Eine 161,5 Zentimeter große Frau darf nicht von der Bewerbung für die Polizei ausgeschlossen werden, weil sie zu klein ist. Das hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf am Dienstag entschieden. 

Die Richter kritisierten am Dienstag die 2006 per Erlass erfolgte Festsetzung von Mindestkörpergrößen für Männer und Frauen für den Polizeidienst. Demnach müssen männliche Bewerber mindestens 1,68 Meter groß sein, Frauen 1,63 Meter.

Dadurch seien etwa Männer, die nur 1,67 Meter groß, aber ansonsten geeignet sind, vom Verfahren ausgeschlossen. "Wir brauchen ein Gesetz, weil Grundrechte im Spiel sind", sagte der Vorsitzende Richter Andreas Müller in einer kurzen Begründung.

Johanna Fee Dillmann darf trotz ihrer eigentlich zu kleinen Größe ins Auswahlverfahren für den Polizeidienst.

Die Klägerin ist 161,5 Zentimeter groß und damit eigentlich eineinhalb Zentimeter zu klein für den Dienst.

Ein Sprecher des Landesamts für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten betonte vor dem Verfahren, eine gewisse Körpergröße und körperliche Präsenz sei auch angesichts zunehmender Respektlosigkeit wichtig, um sachgerecht bei der Polizei arbeiten zu können. In diesem Jahr stellt NRW 2300 Nachwuchs-Polizisten ein.

Die Gewerkschaft der Polizei NRW (GdP) forderte eine Abschaffung der starren Mindestgrößen und eine bundesweite Regelung. "Natürlich kommt es im Polizeiberuf auch auf die körperliche Durchsetzungsfähigkeit an", sagte der GdP-Vorsitzende in NRW, Arnold Plickert. Dies hänge aber nicht allein davon ab, ob Bewerber wenige Zentimeter größer oder kleiner seien. Kleinere Bewerber könnten, wie etwa heute schon in Bayern, durch einen sportlichen Vortest ihre Leistungsfähigkeit beweisen. - dpa

Quelle: wa.de

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