Mordkommission "Einstein" ermittelt

Streitschlichter in Lebensgefahr - drei Männer in Untersuchungshaft!

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Ein 33-jähriger Lippstädter schwebt in Lebensgefahr, nachdem er einen Streit schlichten wollte und von einer der beteiligten Gruppen massiv am Kopf verletzt wurde.

Er wollte nur helfen und einen Streit schlichten: Bei einer Auseinandersetzung vor dem Café Einstein in Lippstadt ist am Sonntagmorgen ein unbeteiligter 33-Jähriger Lippstädter lebensgefährlich verletzt worden. Drei Männer sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft.

  • Ein 33-jähriger Lippstädter wollte einen Streit zwischen zwei Gruppen schlichten 
  • Eine der Gruppen stürzte sich auf ihn und fügte ihm lebensgefährliche Kopfverletzungen zu
  • Drei Tatverdächtige sitzen in U-Haft - gegen zwei weitere wird ebenfalls ermittelt

Update, 18. Dezember, 12.05 Uhr

Auch eine halbe Woche nach der Tat schwebt das 33-jährige Opfer weiter in Lebensgefahr!

Bei den festgenommen Tatverdächtigen handelt es sich laut Angaben von Staatsanwaltschaft Paderborn und Polizei Dortmund um junge Männer im Alter zwischen 19 und 24 Jahren mit litauischer Staatsangehörigkeit. 

"Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurden sie dem Haftrichter des Amtsgerichts Lippstadt vorgeführt. Gegen drei der fünf Tatverdächtigen wurde wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Totschlags und der gemeinsamen gefährlichen Körperverletzung ein Untersuchungshaftbefehl erlassen", hieß es am Mittwochmittag in einer Mitteilung.

Gegen die zwei weiteren Beteiligten, "ließ sich ein dringender Tatverdacht nicht mehr begründen". Die Ermittlungen werden gegen sie ebenso fortgeführt.

Aktuell sucht die Polizei weitere Zeugen der Auseinandersetzung. Hinweise bitte an die Kriminalwache unter 0231-132-7441!

Unsere ursprüngliche Berichterstattung

Lippstadt - Ein 33-jähriger Lippstädter wollte am Sonntagmorgen (15. Dezember) gegen 6.20 Uhr vor dem Café Einstein in Lippstadt eine heftige Auseinandersetzung schlichten - und wurde dabei selbst zum Opfer. Er erlitt massive Kopfverletzungen durch Schläge und Tritte. Er schwebt nach wie vor in akuter Lebensgefahr

Wie Oberstaatsanwalt Ralf Meyer von der Staatsanwaltschaft Paderborn auf Nachfrage unserer Redaktion sagte, seien zunächst eine Gruppe deutscher Staatsbürger und eine Gruppe litauischer Staatsbürger, die sich vorher offenbar nicht kannten, in dem Café aneinander geraten. Nach ersten Ermittlungen habe es eine Provokation gegen einen der Litauer gegeben. 

Streit aus dem Café nach draußen verlagert

"Die Servicekräfte des Cafés hatten den Streit schon geschlichtet", sagte Meyer. Doch ein Beteiligter aus der Gruppe der Deutschen habe das mit einem der Litauer "vor der Tür klären" wollen. Daraufhin seien die Begleiter des Litauers ebenfalls mit nach draußen gegangen - und hätten den Kontrahenten niedergeschlagen. 

Das wiederum bekam der bis dahin unbeteiligte 33-jährige Lippstädter mit und wollte nach Angaben Meyers schlichtend eingreifen. Die Gruppe der Litauer stürzte sich dann auf den Mann und fügte ihm "massive Gewalt" gegen den Kopf zu. Auch als er bereits am Boden gelegen habe, hätten die Männer auf ihn eingetreten, so Meyer. 

Opfer in akuter Lebensgefahr

Der Zustand des 33-Jährigen sei so kritisch gewesen, dass er in eine Spezialklinik nach Bochum verlegt werden musste. "Der Mann schwebt nach wie vor in akuter Lebensgefahr", so der Paderborner Staatsanwalt. 

Die Tatverdächtigen waren nach dem Gewaltexzess offenbar zunächst geflüchtet. Wie es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Paderborn und der Polizei Dortmund zu dem Fall heißt, konnte die Polizei im Rahmen einer Fahndung kurz nach der Tat an der Wiedenbrücker Straße mehrere Tatverdächtige festnehmen.

Hintergründe der Tat werden ermittelt

Zu den weiteren Hintergründen der Tat werde ermittelt, so Meyer im Gespräch mit unserer Redaktion. Klar ist demnach, dass bei den beteiligten Personen Alkohol im Spiel gewesen ist - entsprechend wurden laut Meyer Blutproben entnommen. Welche Person wie stark alkoholisiert war, müssten die Laborergebnisse zeigen.

Gegenstand der Ermittlungen ist auch, welcher der Männer in welcher Form an der Tat gegen den 33-jährigen Lippstädter beteiligt war. Für Oberstaatsanwalt Meyer gelten derzeit allesamt als tatverdächtig. "Alle fünf werden dem Haftrichter vorgeführt".

Wer hat die Tat beobachtet und kann Hinweise geben?

Die Mordkommission "Einstein" der Polizei in Dortmund ermittelt weiterhin und bittet Zeugen, die die Tat beobachtet haben, sich bei der Kriminalwache unter Tel. 0231/1327441 zu melden. 

Tat an der gleichen Stelle gut eine Woche zuvor

Am zweiten Adventswochenende ereignete sich ebenfalls an der Poststraße in Lippstadt ein Fall, der zunächst ähnlich anmutet. Ein Streit eskalierte und eine 42-Jährige wurde gegen den Kopf getreten. Oberstaatsanwalt Meyer sagte, diese Kneipenschlägerei stehe aber in keinerlei Zusammenhang mit der Tat gegen den 33-Jährigen. 

Auch Anfang November hat es ein versuchtes Tötungsdelikt gegeben - im Lippstädter Süden: Ein 43-jähriger Mann soll seine Ehefrau im Streit mit einem Messer schwer verletzt haben.

Auch eine schreckliche Tat: Gleich mehrfach hat ein Werler (50) bei einem eskalierenden Streit in einer Wohnung am Rykenberg auf sein Opfer eingestochen.

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