Autobahn war wegen Glätte gesperrt

Sieben Schwerverletzte nach Glatteis-Karambolage auf der A46

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[Update, Montag, 8 Uhr] Iserlohn - Zehn Verkehrsunfälle mit insgesamt 28 beteiligten Pkw, acht Verletzten sowie hoher Sachschaden sind die Bilanz von Eisregen am Samstagabend gegen 19.50 Uhr bei Iserlohn auf der A 46 in Richtung Brilon. Die Autobahn war zeitweise gesperrt.

Zunächst war es infolge von plötzlich einsetzendem Niederschlag auf der gefrorenen Fahrbahn der A 46 zu Glatteisbildung im Bereich von Iserlohn gekommen, was zu ersten kleineren Verkehrsunfällen mit Sachschaden und hierdurch quer zur Fahrbahn stehenden Fahrzeugen führte.

Der auflaufende Verkehr staute sich derart schnell, dass es dem 28-jährigen Fahrer eines Opel Astra aus Hagen nicht mehr gelang rechtzeitig abzubremsen. 

Das Fahrzeug, welches mit zwei Erwachsenen und drei Kindern besetzt war, kollidierte zunächst mit einem am Stauende stehenden Ford Galaxy aus dem Märkischen Kreis und rutschte schließlich gegen einen weiteren Pkw. 

Der Ford Galaxy wiederum, in dem sich neben dem 51-jährigen Fahrer noch vier Kinder befanden, wurde durch die Wucht des Aufpralls gegen zwei weitere Pkw geschoben. 

Neben erheblichem Sachschaden an allen Fahrzeugen erlitten von den Insassen des Opel Astra sowie des Ford Galaxy insgesamt zwei Personen leichte und sieben Personen schwere Verletzungen, darunter fünf Kinder.

Nachdem Streufahrzeuge den Gefahrenbereich entschärft und die Polizei sämtliche Unfallaufnahmen beendet hatte, konnte die Vollsperrung der A 46 in beide Fahrtrichtungen zwischen den Anschlussstellen Iserlohn-Oestrich und Hemer wieder aufgehoben werden.

Den Sachschaden schätzt die Polizei auf circa 22.000 Euro.

Mehrere Unfälle bis 20 Uhr

Die Polizei hat die Autobahn gegen 20 Uhr am Samstagabend zwischen Iserlohn-Oestrich und Hemer auf einer Strecke von rund zehn Kilometern voll gesperrt. Streudienste waren im Einsatz, damit die Rettungskräfte sicher zu den Unfallstellen kommen, sagte der Polizeisprecher.

"Aufgrund der Wetterbedingungen ist es für die Kollegen sehr schwer, die haben schon einige Pirouetten gedreht", sagte Feuerwehrsprecher Frank Brenscheidt der "Bild"-Zeitung. Die Straße sei so vereist, dass sich die Rettungskräfte kaum auf den Beinen halten könnten.

Um die Verletzten zu versorgen und anschließend in die umliegenden Krankenhäuser zu transportieren, kamen den Iserlohnern Rettungskräften Rettungswagen, Krankentransportwagen und Notarzteinsatzfahrzeuge aus Altena, Hemer, Menden und Hagen zu Hilfe. 

Der leitende Notarzt aus dem Nordkreis koordinierte die Rettungsarbeiten vor Ort. Ebenfalls vor Ort war der Rettungsbus der MVG. Die Löschzugbesatzung der Berufsfeuerwehr unterstützte bei der Versorgung der Patienten. 

Um die Regelrettungsdienstversorgung im Nordkreis weiter sicher zu stellen, alarmierten die Kreisleitstelle des Märkischen Kreises und die Einsatzzentrale der Berufsfeuerwehr Iserlohn das DRK aus Hemer, Menden und Iserlohn. Sie stellten Rettungs- und Krankentransportwagen für weitere Einsätze in den Stadtgebieten. 

Die Einsatzzentrale musste personell mit Kräften aus der Freizeit verstärkt werden. Unterstützt wurde die Einsatzzentrale durch die Kollegen der Kreisleitstelle, die beispielsweise die auswärtigen Kräfte der Einsatzstelle zuführten.

Mehrfach überschlagen

Zuvor kam es gegen 16.15 Uhr in Fahrtrichtung Hagen fast zeitgleich zu zwei Verkehrsunfällen mit zwei verletzten Personen. 

Der erste Unfall ereignete sich kurz vor der Ausfahrt Zentrum. Ein Renault kam von der Fahrbahn ab und überschlug sich mehrfach. Der Fahrer erlitt leichte Verletzungen und wurde mit dem Rettungswagen in ein Iserlohner Krankenhaus transportiert. 

Der zweite Unfall ereignete sich kurz hinter der Auffahrt Zentrum. Hier kollidierten ein Mercedes Sprinter und ein Mitsubishi Colt. Beide Fahrzeuge kamen von der Fahrbahn ab und landeten im Böschungsbereich neben der Autobahn. Auch hier wurde eine Person leicht verletzt, ein Transport in ein Krankenhaus war aber nicht notwendig. 

Hinter der Auffahrt Zentrum: Hier kollidierten ein Mercedes Sprinter und ein Mitsubishi Colt. Die Fahrzeuge landeten im Böschungsbereich.

A30 war auch gesperrt

Gefrierender Regen hat in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens zu einem Chaos auf den Straßen geführt. Auf den Autobahnen rutschten am Samstagabend Fahrzeuge ineinander, auf kleineren Straßen ging nichts mehr. 

Bei einer Massenkarambolage auf der spiegelglatten Autobahn 30 in Ostwestfalen krachten zwei Lastwagen und 14 Autos ineinander. Mit viel Glück seien nur vier Personen leicht verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. Ein kleiner Auffahrunfall in der Nähe von Löhne habe ausgereicht, um auf der eisigen Fahrbahn eine Kettenreaktion auszulösen. Elf Autos waren so schwer beschädigt gewesen, dass sie abgeschleppt werden mussten.

In Köln wurden beim Zusammenstoß zweier Autos vier Menschen verletzt, unter ihnen eine schwangere Frau. Insgesamt musste die Kölner Feuerwehr innerhalb von zwei Stunden zu 100 Einsätzen ausrücken. 

Im Kreis Wesel rutschte ein Lastwagenfahrer in ein entgegenkommendes Streufahrzeug. In Duisburg geriet ein 27-Jähriger auf der Flucht vor der Polizei auf der eisglatten Fahrbahn ins Schleudern und prallte gegen einen Pfeiler. Die Polizisten hatten zuvor wegen der glatten Straßen eine Verfolgungsjagd abgebrochen. Der 27-Jährige kam schwer verletzt ins Krankenhaus.

Notarzt rutscht von der Straße

In Mülheim an der Ruhr brauchte ein Notarzt nach einem Unfall selbst die Hilfe seiner Kollegen. Obwohl er nur mit Schrittgeschwindigkeit unterwegs war, rutschte er von der Straße in ein Gebüsch. Im Kreis Viersen stürzte eine Radfahrerin und kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Auch wer das Auto stehen ließ und die Bahn nutze, musste aufpassen: Das Unternehmen warnte vor glatten Bahnsteigen.

"Wenn Wasser mit Temperaturen um null Grad auf die Straßen fällt, wird es schlagartig glatt", erklärte Meteorologe Malte Witt vom Deutschen Wetterdienst in Essen. Das Problem seien die Bodentemperaturen von -2 bis -3 Grad, das führe leicht zu spiegelglatten Straßen. Die Glättegefahr in NRW bleibe voraussichtlich bis Sonntagmorgen bestehen. Dann entspanne sich die Lage vor allem in den Tieflagen. - dpa/ots

Quelle: wa.de

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