Verkauf der Kette Allkauf hat juristisches Nachspiel

MÖNCHENGLADBACH - Der Verkauf der ehemaligen Warenhauskette Allkauf an den Handelskonzern Metro vor 13 Jahren hat jetzt ein spätes juristisches Nachspiel. Die früheren Eigentümer müssen sich seit gestern vor dem Landgericht Mönchengladbach verantworten.

Sie sollen sich der Beihilfe zur Steuerhinterziehung schuldig gemacht haben. Zum Prozessauftakt wiesen die vier Brüder den Vorwurf zurück.

„Wir haben zu keinem Zeitpunkt mit der Absicht gehandelt, Steuern zu hinterziehen“, sagte der älteste Bruder. Den Angeklagten wird vorgeworfen, 13 ehemaligen Führungskräften geholfen zu haben, zwei Millionen Euro Steuern aus Abfindungen hinterzogen zu haben. Die Ermittlungen begannen nach der Scheidung eines Managers, als die Frau rund 390 000 Euro als Zugewinn geltend machen wollte und auch die anderen Kollegen ihres Mannes benannte.Nach dem Milliardenverkauf der Warenhauskette haben laut Anklage frühere Geschäftsführer und Prokuristen die Brüder gebeten, zusätzlich Abfindungen zu zahlen. Die Brüder richteten einen Finanzpool mit umgerechnet 5,1 Millionen Euro ein. Je nach Dauer, Position und Betriebszugehörigkeit hätten die Manager bis zu 470 000 Euro erhalten.Um die Zahlungen zu verschleiern, hätten die Brüder das Geld als Darlehen gezahlt. In einigen Fällen sollen die 50 bis 62 Jahre alten Brüder das Geld direkt als Schenkungen zur Verfügung gestellt haben. Um die von fast allen gezahlte Schenkungssteuer niedrig zu halten, wurden die Summen gesplittet und neben den Managern auch Ehefrauen, Kinder oder sogar die Schwiegermutter beschenkt.

Die Zahlungen seien eine Absicherung für „verdiente Führungskräfte“ gewesen, sagte der älteste Angeklagte. Die hätten nach dem Verkauf der Allkauf-Gruppe Sorgen gehabt, ihre Stellen zu verlieren. „Die Entscheidung erschien uns anständig und angemessen“, sagte der 62-Jährige. - dpa

Quelle: wa.de

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