Spektakulärer Einsatz in Bönen

Entlaufene Schäferhündin durch Betäubungsschuss gestoppt - Verfolgung mit Polizeihubschrauber

Schäferhündin Mira Polizeieinsatz Bönen
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Schäferhündin Mira war trotz mehrerer Betäubungsschüsse über Stunden nicht zu stoppen.

Eine entlaufene Schäferhündin hielt am Samstagnachmittag in Bönen mehrere Polizeibeamte, freiwillige Helfer und einen Experten mit Betäubungsgewehr auf Trab. Trotz mehrerer Betäubungsschüsse und eines Hubschraubereinsatzes wurde das Tier erst nach Stunden gestoppt.

Bönen – Für einen mehrstündigen Polizeieinsatz in Bönen im Kreis Unna (NRW) sorgte am Samstag ein entlaufener Schäferhund. Um 14.45 Uhr hatten mehrere Spaziergänger einen Hund ohne Begleitung gemeldet. Da das Tier auch mehrfach Straßen überquerte und Passanten verunsicherte, zog die alarmierte Polizei den Bergkamener Rolf Humbach als zuständigen Experten mit Betäubungsgewehr hinzu. Es folgte eine mehrstündige Verfolgungsjagd unter anderem rund um das Zechengelände, über die Bahnhofstraße und die Hammer Straße.

HunderasseDeutscher Schäferhund
Lebenserwartung9 bis 13 Jahre
Größe50 bis 65 Zentimeter

Entlaufener Schäferhund in Bönen/Kreis Unna: Betäubungsschuss mitten auf der Bahnhofstraße

„Das hat die Bönener schon erschreckt“, so Sonja Wundrock, Leiterin der Polizei Kamen. Nicht nur, dass die Streifenwagen den Hund mit eingeschaltetem Blaulicht langsam fahrend verfolgten und dabei an einigen Stellen wiederholt auftauchten. Sobald das Tier die Richtung wechselte, folgten die Streifenwagen auch noch mit quietschenden Reifen.

Die Verfolgungsjagd führte unter anderem über die Hammer Straße.

Der dritte von insgesamt vier Betäubungsschüssen durch Rolf Humbach fiel mitten auf der Bahnhofstraße und ließ so manchen zufälligen Beobachter schleunigst die Richtung wechseln. Alle Schüsse fanden zwar ihr Ziel, doch die Hündin lief dennoch weiter.

Entlaufener Schäferhund in Bönen: Endstation im Rapsfeld

Humbach wunderte das nicht. „Solche Einsätze dauern in der Regel mehrere Stunden.“ Das liege daran, dass die Tiere so gestresst sind, dass die einfache Dosis des Betäubungsmedikaments nicht ausreicht. In den frühen Abendstunden kreiselte die inzwischen als „Mira“ identifizierte belgische Schäferhündin über die Wirtschaftswege am Lettenbruch, bis sie sich in ein dichtes Rapsfeld flüchtete und die Retter vor neue Probleme stellte.

Experte Rolf Humbach unterstützte die Verfolgung von Mira.

Während freiwillige Helfer das Feld umstellten, um ein etwaiges Weglaufen der Hündin melden zu können, wurde ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera angefordert. Aus der Luft konnte die Besatzung per Funk Humbach und die Beamten zum weiterhin flüchtenden Hund lenken, der schließlich aus dem Raps auf ein benachbartes Feld lief. Hier gab Mira endlich auf und konnte direkt ihrem inzwischen eingetroffenen und sichtlich erleichterten Halter übergeben werden.

Tierarzt untersucht Hündin

Die aus einem Garten entlaufene Mira wurde auf direktem Weg zum Tierarzt gefahren. Abgesehen von wundgelaufenen Pfoten hat sie das Abenteuer gut überstanden.

Vier dieser Betäubungspfeile wurden auf Mira abgefeuert. Gestoppt hat sie das aber erst mit Verzögerung.

Mit rechtlichen Konsequenzen muss ihr Besitzer nicht rechnen. Diese würden erst bei wiederholtem und nachweisbarem Fehlverhalten des Halters drohen. Auch das Ausmaß des Einsatzes ist für die Polizei gerechtfertigt. „Sowas hat bei uns hohe Priorität“, erklärte Sonja Wundrock, denn der Hund war stark sediert. Außerdem war er verletzt und hinterließ deutlich sichtbare Blutspuren. Die Nähe zur Autobahn A2 war ein weiterer Risikofaktor. „Es geht nicht nur darum, den Hund zu retten. Wenn so ein großer Hund auf die Straße rennt, wird das für Motorrad- und Autofahrer gefährlich.“ Um 20.45 Uhr war der Einsatz beendet.

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