Verfassungsklage gegen künstlichen See am Braunkohlerevier Garzweiler

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Der Braunkohletagebau Inden nördlich von Düren. Die Kommune wehrt sich gegen Pläne des Energiekonzerns RWE, den Tagebau zu einem See zu machen. Die Stadt will das Loch mit Erdreich aus anderen Abbaustätten füllen.

DÜREN - Mit einer Fläche viermal so groß wie der Berliner Wannsee wäre es einer der größten künstlichen Seen in Nordrhein-Westfalen: Der Versorger RWE will ein riesiges Loch nahe dem Braunkohlerevier Garzweiler fluten.

Die Stadt Düren wehrt sich beim nordrhein-westfälischen Verfassungsgerichtshof gegen einen riesigen See, der in einem Tagebauloch nahe der Stadt entstehen soll. Der Energieversorger RWE sieht „hohes ökologisches Potenzial“ im geplanten Gewässer, das im Braunkohlerevier Inden über 25 Jahre angefüllt werden soll. Nach Angaben des Braunkohleriesen haben Studien bewiesen, dass die regionale Wirtschaft davon profitieren wird. Mehrere Dörfer rund um das Loch begrüßen die Pläne für den See.

Die Kommune Düren sieht das allerdings anders. Sie will das Loch lieber mit Erdreich aus einer anderen Tagebaustätte auffüllen. Ein See würde die Stadt abschneiden, sagte ein Sprecher. „Wir haben dann überhaupt keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr.“ Die Stadt wolle sich Spielräume erhalten, nach Norden zu wachsen und Biotope selbst zu gestalten. Eine große Wasserfläche lasse das nicht zu. Zudem seien die ökologischen Folgen schwer abzuschätzen, sagte der Sprecher. „In Ostdeutschland sind Uferflächen weggebrochen“, sagte der Sprecher mit Blick auf künstliche Seen in den neuen Ländern. Zudem könne die Ableitung aus der Rur die Papierindustrie vor Ort beeinträchtigen. Mit elf Quadratkilometern Fläche wäre das künstliche Gewässer viermal so groß wie der Wannsee in Berlin.

Das Gericht in Münster will am 21. September verhandeln. Eine Entscheidung wird aber wahrscheinlich dann noch nicht fallen. Juristisch betrachtet steht eine Änderung am Braunkohlenplan im Mittelpunkt. Dieser hatte ursprünglich die Verfüllung des Lochs mit Erdreich vorgesehen, war aber im Juni 2009 abgeändert worden. Die Stadt Düren will erreichen, dass wieder die alte Fassung gilt. - dpa

Quelle: wa.de

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