General Motors verdreifacht Opel-Hilfe

RÜSSELSHEIM ▪ Im Ringen um Staatshilfen hat der US- Autokonzern General Motors (GM) seine Geldspritze zur Sanierung der Tochter Opel verdreifacht. Gleichzeitig verlangt der Autobauer nun weniger Geld von den Regierungen. GM sicherte zu, sich mit 1,9 Milliarden Euro an der Umsetzung des europäischen Zukunftsplans zu beteiligen. Bisher wollte der Konzern nur 600 Millionen zuschießen. Dieses Geld war aus Sicht des US-Autobauers bereits zur Rückzahlung des deutschen Brückenkredits genutzt worden, der 2009 das Überleben Opels sicherte.

Politik und Gewerkschaften hatten dies kritisiert, da GM die Risiken allein den europäischen Steuerzahlern aufbürden wolle. Sie hatten verlangt, dass GM seinen Eigenbeitrag deutlich nachbessert, wenn Staatshilfen fließen sollen. Opel-Chef Nick Reilly sagte, die zusätzlichen 1,3 Milliarden Euro sollten in Form von Eigenkapital und Krediten geleistet werden.

„Das ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU). Der Bochumer Opel-Betriebsrat begrüßte die Ankündigung. GM trage den Forderungen nach einer Erhöhung des Eigenanteils Rechnung. „Jetzt gibt es auch keine Ausreden mehr für die Regierungen“, sagte Betriebsratschef Rainer Einenkel. „Wir gehen davon aus, dass GM das Geld zum Erhalt der Jobs und der Werke nutzt. Darüber werden wir jetzt Gespräche führen“.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) reagierte zurückhaltend: „Das zeigt, dass GM über Mittel verfügt“. Wie Opel weiter berichtete, wird die Sanierung insgesamt 3,7 Milliarden Euro kosten und damit mehr als bisher von GM berechnet. „Die europäischen Regierungen hatten das Unternehmen um die Erweiterung des Rahmens um 415 Millionen Euro gebeten, um für schwierige Marktentwicklungen gewappnet zu sein“, teilte Opel mit.

Die zusätzlichen Mittel seien ein „Sicherheitspuffer“. Dank der GM- Zusage seien alle Liquiditätsrisiken während der Restrukturierung in diesem Jahr ausgeräumt. Opel-Vorstand Alain Visser sagte: „Damit sind jetzt 16 Monate Unsicherheit weg.“

Durch die Erhöhung des GM-Eigenanteils ergibt sich eine Reduzierung der von den europäischen Regierungen erbetenen Kredit- und Bürgschaftszusagen von 2,7 auf 1,8 Milliarden Euro. Damit werde GM mehr als die Hälfte des Finanzbedarfs tragen. Bisher hatte Reilly die Forderungen nach einem höheren GM-Eigenbeitrag zurückgewiesen. Opel sei ein europäisches Unternehmen. Die liquiden Mittel der US-Mutter seien Geld amerikanischer Steuerzahler. ▪ dpa

Quelle: wa.de

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