Verdi NRW sieht keine Chance auf zwei freie Samstage für Verkäufer

DÜSSELDORF - Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) sieht derzeit keine Chance, für Verkäufer in Nordrhein-Westfalen gesetzlich zwei freie Samstage pro Monat durchzusetzen. Eine entsprechende Regelung gilt seit Jahresbeginn in Thüringen.

Im Flächentarifvertrag für den nordrhein-westfälischen Einzelhandel sei nur ein freier Samstag pro Monat vorgesehen, sagte der Handelsexperte von Verdi NRW, Folkert Küpers, am Freitag der Nachrichtenagentur dpa in Düsseldorf. In NRW steht das seit gut fünf Jahren geltende Ladenöffnungsgesetz derzeit auf dem Prüfstand.

Die Gewerkschaft hat Bedenken, ob eine Arbeitszeitregelung im Landesrecht gerichtsfest ist oder über Bundesrecht fixiert werden müsste. Grundsätzlich sind die Länder seit 2006 für den Ladenschluss zuständig. Nicht aber für das Arbeitsrecht, wandte Küpers ein. Für eine Änderung des Bundesgesetzes fehlten derzeit die politischen Mehrheiten. "Ich sehe zurzeit keine realistische Chance, das Arbeitszeitgesetz zu verändern."

Das Arbeitszeitgesetz enthält keine Auflagen für freie Samstage. Im NRW-Einzelhandel ist ein freier Samstag pro Monat tarifrechtlich vereinbart worden. Allerdings hätten sich in den vergangenen Jahren viele Unternehmer aus dem Flächentarifvertrag verabschiedet, kritisierte Küpers. "Die Regelung wird nicht mehr überall eingehalten." Die Erosion der Tarifbindung habe prekäre Beschäftigungsverhältnisse im Einzelhandel nach sich gezogen.

Seit Inkrafttreten des Ladenöffnungsgesetz im November 2006 dürfen die Geschäfte in NRW werktags rund um die Uhr öffnen. Verdi möchte die Schlusszeiten samstags auf 18 Uhr festlegen und an den übrigen Werktagen auf 20 Uhr. Auch für Sonderöffnungen an Sonntagen verlangt die Gewerkschaft weitere Einschränkungen. - lnw

Quelle: wa.de

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