Ganztägige Warnstreiks an Awo-Einrichtungen

DÜSSELDORF/DORTMUND - Im Streit um höhere Löhne sind am Mittwoch mehrere Tausend Beschäftigte der Arbeiterwohlfahrt in Nordrhein-Westfalen auf die Straße gegangen. Polizei und Gewerkschaft Verdi sprachen von 3500 Teilnehmern an einer Kundgebung in Dortmund. Verdi drohte vor der sechsten Verhandlungsrunde am Donnerstag in Gelsenkirchen indirekt mit einer Urabstimmung.

Wenn die Arbeitgeber nicht in ein, zwei Punkten einlenken würden, stehe das Thema auf der Tagesordnung, sagte Verhandlungsführer Wolfgang Cremer während der Kundgebung. AWO und Verdi zeigten sich jedoch zuversichtlich, dass ein Abschluss in der sechsten Runde gelingen könne. "Niemand wünscht sich einen Streik", sagte Cremer.

Zahlreiche Kindertagesstätten blieben am Mittwoch geschlossen oder boten nur Notdienste an. Auch in mehreren Seniorenheime gab es laut Gewerkschaft nur einen Notdienst. Auch die Nachmittagsbetreuung durch AWO-Mitarbeiter in Schulen war betroffen.

Die AWO reagierte verärgert. "Wir halten die Warnstreiks für unnötig, weil wir immer noch von einer Einigung ausgehen", sagte der Geschäftsführer der AWO Deutschland, Gero Kettler, der Deutschen Presse-Agentur. Die Aktionen hätten aber nicht die Wirkung vorangegangener Warnstreiks. Es seien nur etwa fünf Prozent der Einrichtungen betroffen.

Laut Verdi große Streik-Beteiligung

Verdi widersprach dieser Darstellung. Allein in Bochum hätten 24 Kindertagesstätten geschlossen. Im Großraum Dortmund seien 15 Seniorenheime betroffen gewesen, sagte Verdi-Sprecher Günter Isemeyer in Düsseldorf. NRW-weit seien 3000 Beschäftigte im Warnstreik gewesen.

Verdi verlangt für die 36 000 Beschäftigten der AWO in NRW einen Abschluss auf dem Niveau des öffentlichen Dienstes und kirchlicher Einrichtungen. Dort lägen die Einkommen von Erziehern ab dem vierten Berufsjahr bei rund 2700 Euro im Monat. AWO-Erzieher bekämen nur 2532 Euro.

Verdi will in NRW neben der Angleichung der Einkommen auch eine deutlichere Anhebung der Löhne der unteren Einkommen durchsetzen. Außerdem sollen Verdi-Mitglieder zusätzliche freie Tage bekommen. Cremer forderte die AWO auf, einzulenken und gemeinsam gegenüber der Politik für eine bessere Ausstattung sozialer Einrichtungen zu kämpfen. "Die AWO wird schlecht finanziert, wie andere Träger auch", sagte Cremer. - dpa

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

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