Vor Mitarbeitern von Amazon, Kik und Kerstin

Verdi-Chef Frank Bsirske spricht heute in Werne

+
Der Verdi-Bundesvorsitzende Frank Bsirske kommt heute nach Werne.

WERNE - Streiks in Westfalen führen heute, Dienstag, in Werne zu einer zentralen Veranstaltung der Gewerkschaft Verdi. Ab 11 Uhr sprechen der Bundesvorsitzende Frank Bsirske und Landesleiterin Gabriele Schmidt im örtlichen Kolpinghaus.

Neben streikenden Amazon-Mitarbeitern werden auch Beschäftigte von Kik aus Bönen und von der Soester Handelsgruppe Franz Kerstin erwartet; in beiden Unternehmen gibt es ebenfalls Tarifauseinandersetzungen.

Der Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Post und der Gewerkschaft Verdi spitzt sich indes zu. Zahlreiche Briefe und Pakete könnten rund um Ostern auf der Strecke bleiben.

Verdi fordert Postmitarbeiter ab Mittwoch zu bundesweiten Warnstreiks auf. Das Unternehmen selbst geht davon aus, dass es durch die angekündigten Warnstreiks „zur Verzögerung einzelner Sendungen“ kommen wird. „Man kann die Auswirkungen nie ganz verhindern“, sagt Post-Sprecher Dirk Klasen.

Wann und wo die Warnstreiks stattfinden sollen, gibt Verdi erst kurzfristig bekannt. Die Gewerkschaft will damit ihrer Forderung nach Arbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 36 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich Nachdruck verleihen.

„Weitere Nebelkerzen am Verhandlungstisch brauchen wir nicht“, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. Das Management der Post hält dagegen, es habe bereits ein weiterreichendes Konzept zur künftigen wöchentlichen Arbeitszeit vorgelegt.

Personalchefin Melanie Kreis: „Es gibt daher aus den Verhandlungen heraus überhaupt keinen Grund für Warnstreiks.“ Eine Arbeitszeitverkürzung mit vollem Lohnausgleich schließt das Unternehmen aus – zumal man nicht wisse, was Verdi bei den in spätestens zwei Monaten startenden Lohntarifverhandlungen fordern werde.

Der Lohntarifvertrag läuft Ende Mai aus. Den nächsten Verhandlungstermin hatten die Tarifpartner bereits für den 14. April in Berlin angesetzt. Die Gewerkschaft kündigte zudem eine Klage vor dem Arbeitsgericht Bonn an: gegen die geplante Ausgliederung von Paketzustellern in 49 Regionalgesellschaften mit schlechteren Tarifbedingungen.

Bei Amazon lässt Verdi unterdessen ebenfalls nicht locker. Am Montag legten Beschäftigte an fünf Standorten die Arbeit nieder: in Werne, Rheinberg, Bad Hersfeld, Leipzig und Koblenz.

Der Streik soll laut Verdi noch bis einschließlich Dienstag dauern. Nach Amazon-Angaben entstehen wegen der Streiks allerdings keine schwerwiegenden Probleme beim Versand.

Verdi will Amazon zur Aufnahme von Tarifverhandlungen bewegen – zu den besseren Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Das Unternehmen lehnt ab und verweist darauf, dass sich die Bezahlung der Mitarbeiter am oberen Bereich der Logistikbranche orientiere. - WA/lnw

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare