Zug-Exhibitionist verurteilt - Keine Sicherungsverwahrung

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Der Angeklagte mit seiner Hammer Anwältin Anke Richter.

Hamm/Dortmund - Glimpfliches Ende für einen massiv und einschlägig vorbestraften Sexualstraftäter aus Hamm: Wegen exhibitionistischer Handlungen sowie sexuellen Missbrauchs muss ein 42-jähriger Hammer für vier Jahre hinter Gitter.

Eine von der Staatsanwaltschaft beantragte Sicherungsverwahrung für den Wiederholungstäter verhängte das Dortmunder Gericht mit Blick auf die geltende rigide Rechtsprechung nicht.

Der Angeklagte hatte zugegeben, über Monate immer wieder in Regionalzügen mitreisende Frauen heimlich fotografiert und dabei onaniert zu haben. Verurteilt wurde mit 43 Einzeltaten vermutlich nur die Spitze des Eisbergs, angeklagt gewesen waren ursprünglich fast doppelt so viel Taten.

"Ekelig und entwürdigend für Frauen“

In einer solchen Position soll der Exhibitionist seine Taten begangen haben.

Als „ekelig und entwürdigend für Frauen“ bewertete die Strafkammer zudem einen perfiden sexuellen Übergriff auf eine wehrlose schlafende Frau. Mit sichtlichem Unbehagen stellten die Richter dem seit seiner Jugend wegen Sex-Taten immer wieder auffällig gewordenen Hammer eine eher schlechte Zukunftsprognose. Mit Blick auf sein Vorstrafenregister sei es eher wahrscheinlich, dass er nach seiner Haftentlassung wieder einschlägig straffällig werde.

Doch die Richter verwiesen auf die Vorgaben der obersten Gerichte, die die Verhängung der Sicherungsverwahrung für gefährliche Wiederholungstäter an ganz strenge Vorgaben gekoppelt haben. Danach müsse man als Gericht die ganz konkrete Befürchtung haben, dass es zu weiteren schlimmen Straftaten komme, so das Gericht. Das könne man im Falle des jetzt verurteilten Exhibitionisten so klar nicht prognostizieren.

Klar sei zudem, dass eine womöglich lebenslange Unterbringung ein „immenser Eingriff in das Leben eines Menschen“ sei, der ganz streng geprüften Voraussetzungen genügen müsse.

Quelle: wa.de

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