Uniklinik Münster: Neues Gesicht für 62 Meter hohe Bettentürme

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Die markanten Bettentürme des Universitätsklinikums Münster erhalten ein neues Gesicht.

MÜNSTER - Wer von Westen her nach Münster fährt, trifft auf alte Bekannte. Die hohen, runden Bettentürme der Uniklinik bilden eine einprägsame Landmarke. Nach über 30 Jahren aber ist der Lack ab.

Der Sichtbeton wirkt alt. Wer ganz nah rangeht an die Bettentürme des Universitätsklinikums Münster sieht, dass hier was passieren muss. Und es passiert. Ende des Jahres beginnen die Arbeiten an der Fassade. Zwei Jahre später soll der Eingriff im laufenden Krankenhausbetrieb abgeschlossen sein. Das teilte das Management der Uniklinik am Freitag mit. Für 27 Millionen Euro bekommen die beiden Türme eine neue Außenhaut. Die Mittel stellt das Land Nordrhein-Westfalen. Die 62 Meter hohen Landmarken sollen dann nach außen mit viel Glas, Aluminium und weißer Glasfaser freundlicher, heller und offener wirken.

Für Patienten und Personal aber kommt es mehr auf die inneren Werte an. Nach der Sanierung, bei der immer nur eine Etage geräumt werden muss, hat jedes Krankenzimmer mehr Platz. Die bisher als Rettungsweg genutzten Balkone werden zurückgebaut und Teil der Zimmer. Größere Fensterflächen und Frischluftzufuhr sind weitere Pluspunkte.

Den Architektur-Wettbewerb für die Sanierung hat ein Büro aus Dülmen im Münsterland gewonnen und sich mit seinem Entwurf gegen 15 Modelle durchgesetzt. Der kaufmännische Direktor des UKM, Christoph Hoppenheit, erhofft sich Einsparungen bei den Energiekosten zwischen 500 000 und 1 Millionen Euro im Jahr. "Genau können wir das noch nicht sagen. Aber der jetzige Zustand ist nicht mehr haltbar. Die Balkone sind rundherum ohne jede Dämmung an das Gebäude gebaut worden", sagt Hoppenheit. Das UKM muss pro Jahr rund 20 Millionen Euro Energiekosten schultern und sucht an allen Stellen nach Einsparmöglichkeiten. So werden die neuen Fenster die Kühllast der Gebäude im Sommer zusätzlich erheblich reduzieren.

Seit über 30 Jahren sind die 62 Meter hohen Bettentürme des UKM ein markanter Blickfang in Münsters Stadt-Silhouette. Das soll auch so bleiben. Der Architekt der Türme, Peter Brand aus Aachen, zeigte sich am Freitag bei der Vorstellung der neuen Pläne zufrieden. "Jedes Haus muss sich weiterentwickeln können. Denkmalschutz-Argumente zählen da nicht." An Ernergiesparen habe er bei der Planung der Türme noch nicht gedacht. "Damals kostete ein Liter Heizöl 8 Pfennig. Entsprechend nicht vorhanden waren unsere Energiesparziele."

Quelle: wa.de

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