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Unfall auf der A44: Frau nimmt Kontakt zu Ersthelfern auf - „soviel selbstloser Einsatz ist selten“

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Von: Daniel Schröder

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Die Frau, die im dunklen VW (hinten) saß, meldete sich mit Dankesworten bei der Polizei.
Die Frau, die im dunklen VW (hinten) saß, meldete sich mit Dankesworten bei der Polizei. © Feuerwehr Anröchte

Ein Kleintransporter kracht auf der A44 am Stauende in den VW einer Frau. Sie und ihr Beifahrer werden verletzt. Doch zwei Lkw-Fahrer eilen sofort zur Hilfe. Jetzt meldete sich die Frau bei der Polizei, um den Lkw-Fahrern dankende Worte auszurichten.

Anröchte - 1. Februar 2022, 10.50 Uhr: Eine 61-jährige Autofahrerin aus Bochum erkennt auf ihrem Navi einen Stau, der sich aufgrund von Grünpflegearbeiten auf der A44 bei Anröchte vor ihr bildet. Sie bremst ihr Fahrzeug langsam ab. Der 57-jährige Fahrer eines Kleintransporters aus Recklinghausen erkennt das Stauende etwas später - zu spät. Er fährt auf den VW auf. Der Wagen schleudert in die Leitplanke. Der Transporter-Fahrer, die VW-Fahrerin und ihr Beifahrer (67) werden verletzt.

In dieser Ausnahmesituation bekommen die Unfallopfer wichtige Hilfe von zwei Lkw-Fahrern, die sofort zur Tat schreiten. „Sie kümmerten sich nicht nur um die verletzten Unfallbeteiligten und verständigten schnell Polizei und Rettungsdienst, sondern sicherten professionell die Unfallstelle ab. Dabei setzten sie Pylonen und ein weithin sichtbares Warnlicht ein. Ihre Lkw positionierten sie so, dass für die Unfallbeteiligten und für den nachfolgenden Verkehr keine weitere Gefahr ausging. Einer der Ersthelfer fegte sogar Trümmerteile von der Fahrbahn“, berichtet Polizeisprecher Peter Bandermann.

Unfall auf der A44 bei Anröchte: „Wir sind dermaßen gerührt und dankbar“

Rund zwei Wochen später bekommt die Geschichte ein neues, schönes Kapitel: Die Autofahrerin kontaktiert unendlich dankbar die Autobahnpolizei Dortmund. „Wir sind dermaßen gerührt und dankbar über den Einsatz der beiden Trucker, sodass wir uns nochmals bedanken möchten. Soviel selbstloser Einsatz und Zuwendung durch fremde Personen ist heutzutage selten“, betont die Bochumerin.

Die Frau berichtet der Polizei in einer E-Mail von zwei „Schutzengeln“, die „hellwach, lieb und einfühlsam“ waren. Die Polizei vermittelt den Kontakt zwischen der Frau und ihren Helfern. Und so telefonieren die Bochumerin und einer der beiden Trucker, der sich darüber freut, dass es der Frau und ihrem Lebenspartner trotz starker Schmerzen schon wieder etwas besser geht.

Ersthelfer weiß, wie es sich anfühlt, in einen Unfall verwickelt zu sein

„Ich bin froh, dass es solche Menschen gibt“, sagt die Bochumerin nach dem Telefongespräch über ihren Helfer – der selbst schon nachts an einem schweren Verkehrsunfall, bei dem die unbeleuchtete Unfallstelle nicht gesichert wurde, beteiligt gewesen war.

„Nach diesem schweren Unfall versuchte der Trucker die Autobahn zu meiden und fuhr Umwege, um die damalige Unfallstelle nicht wiedersehen zu müssen. Er hatte also noch lange mit dem eigenen Unfall zu kämpfen“, so die Polizei. Am 1. Februar war davon auf der A44 allerdings nichts mehr zu spüren: Der 40-Jährige aus Schleswig-Holstein und ein weiterer Kollege schritten sofort zur Tat und kümmerten sich darum, dass das verletzte Paar nach dem Unfall in guten Händen war, bis der Rettungsdienst und die Feuerwehr Anröchte kamen.

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