Umstrittene CO-Pipeline laut Gutachten unwirtschaftlich für Bayer

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DÜSSELDROF - Für den Chemiekonzern Bayer wäre eine CO-Produktion am Standort Krefeld-Uerdingen laut Gutachten kostengünstiger als die umstrittene Kohlenmonoxid-Pipeline.

Eine Untersuchung im Auftrag des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums sollte zwei Varianten auf technische Machbarkeit und auf Wirtschaftlichkeit prüfen: den Transport des hochgiftigen Gases über die bereits 2009 fertiggestellte, aber noch nicht genutzte Pipeline vom Bayer-Werk Dormagen zum Standort Krefeld-Uerdingen. Und den Ausbau der CO-Erzeugung in Uerdingen.

In dem der Nachrichtenagentur dpa vorliegenden Gutachten heißt es, bei einer Durchleitung über die rund 67 Kilometer lange Pipeline sei mit deutlich höheren Kosten zu rechnen als bei einer erweiterten CO-Erzeugung am Standort Uerdingen. "Jede Investition in eine Anlage oder Einrichtung, mit der CO nicht erzeugt werden kann - und das ist bei der Pipeline der Fall - [ist] eine Ausgabe, die zusätzlich zu den Investitionen in die CO-Erzeugung mit zu refinanzieren ist, mit der jedoch kein Ertrag erzielt wird."

Das vom Grünen-Politiker Johannes Remmel geführte Düsseldorfer Umweltministerium wollte sich inhaltlich zunächst nicht äußern. Die gut 170 Seiten umfassende Expertise des Instituts für Umwelt-Analyse (IFUA) war am Mittwoch dem Landtag übersandt worden. Bayer teilte daraufhin mit, "mögliche Alternativen zu unserer Versorgungsleitung wurden in der Vergangenheit bereits umfassend durch unabhängige Gutachten untersucht - auch im Auftrag des Landes NRW".

Die unterirdische Fernleitung, die an zwei Stellen den Rhein unterquert und weitgehend parallel zur Autobahn 3 verläuft, ist wegen juristischer Auseinandersetzungen noch nicht in Betrieb. Die Gegner der Trasse machen auf die Gefahr aufmerksam, die entstehen könnte, falls das unsichtbare Gas bei einem Leck austreten sollte. Für Ärger sorgte auch die Enteignung von Grundstücksbesitzern. Die Pipeline verläuft durch Stadtgebiete von Köln, Monheim, Langenfeld, Hilden, Solingen, Erkrath, Ratingen, Mülheim an der Ruhr, Duisburg und Krefeld.

Die Analyse weist auch darauf hin, dass das geruchlose Kohlenmonoxid giftig beim Einatmen ist. Es handele sich um ein extrem entzündliches Gas, das die Organe bei längerer oder wiederholter Exposition schädige. - dpa

Quelle: wa.de

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