Warnstreik im öffentlichen Dienst

Bayer 04-Profis flüchten im Bus vor Chaos am Flughafen

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[UPDATE 10.33 UHR] DÜSSELDORF - Verdi hat in nrw am Donnerstag die umfangreichsten Warnstreiks seit Jahren gestartet. Busse und Bahnen seien am Morgen in den Großstädten in der Regel in den Depots geblieben, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft. Auch an den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf hätten Warnstreiks begonnen.

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben die beiden größten Flughäfen in Nordrhein-Westfalen jedoch nur in geringem Umfang erreicht. Am Airport Köln/Bonn seien von den Airlines vorsorglich 13 der insgesamt 80 bis zum frühen Nachmittag geplanten Starts und Landungen gestrichen worden, sagte ein Sprecher des Flughafens. Darüber hinaus könne es zu der einen oder anderen Verspätung durch einen Warnstreik am Airport Köln/Bonn kommen.

Am Flughafen Düssendorf wurden nach Angaben einer Sprecherin von Airlineseite 18 der insgesamt 570 am gesamten Tag geplanten Starts und Landungen gestrichen. Vereinzelte Arbeitsniederlegungen am Airport hätten keine Auswirkungen auf den Betrieb. Passagiere sollten sich vor der Anreise bei den Airlines informieren, lautete der Rat.

Wegen der massiven Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr sind zahlreiche Pendler auf das Auto umgestiegen. Nach Angaben der Polizeileitstelle bildeten sich am Donnerstagmorgen auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen vermehrt Staus.

Auch auf vielen Zufahrtsstraßen in die Innenstädte ging zeit- und stellenweise nichts mehr. In Städten wie Düsseldorf und Köln mussten Pendler aus dem Umland viel Geduld aufbringen, um ihre Arbeitsstätten zu erreichen.

Bus statt Flieger: Fußballer aus Leverkusen disponieren um

Die Warnstreiks auf dem Münchner Flughafen hatten sogar Einfluss auf die Fußball-Bundesliga. Die Mannschaft von Bayer 04 Leverkusen absolvierte nach ihrem 3:1-Sieg beim FC Augsburg die etwas mehr als 500 Kilometer lange Rückreise ins Rheinland noch in der Nacht zum Donnerstag mit dem Mannschaftsbus.

Ursprünglich wollte der Tabellenvierte am Donnerstag mit einer Lufthansa-Maschine aus München heimfliegen. Um Komplikationen wegen der angekündigten Warnstreiks bei der Betreibergesellschaft und beim Sicherheitspersonal des Münchner Flughafens zu entgehen, änderte der Verein die Reiseplanung kurzfristig. Allein die Lufthansa strich am Donnerstag 140 Flüge in München.

Auch in kommunalen Kitas, Stadtverwaltungen und Sparkassen sind Arbeitsniederlegungen geplant.

Verdi hat in NRW für Donnerstag 60:000 Beschäftigte zu den Aktionen aufgerufen, darunter 12.000 im öffentlichen Nahverkehr. Das sind so viele Beschäftigte von Kommunen und Bund wie seit Jahren nicht.

Im Laufe des Tages plant die Gewerkschaft Kundgebungen in Köln, Duisburg, Bielefeld und Dortmund mit jeweils mehreren Tausend Teilnehmern. Verdi will mit den massivsten Aktionen seit Jahren Druck vor der dritten Tarifverhandlungsrunde am kommenden Montag machen. Die Gewerkschaft fordert, dass die Einkommen der bundesweit 2,1 Millionen Angestellten von Kommunen und Bund um einen Betrag von 100 Euro und dann zusätzlich um weitere 3,5 Prozent steigen. - dpa

Quelle: wa.de

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