2000 Polizisten im Großeinsatz gegen Einbrecher

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NRW - Kontrollposten im gesamten Rheinland, Hausdurchsuchungen und Hubschrauber: Mit der bislang größten Polizeiaktion gegen Einbrecher seit Jahren versucht die Polizei in Nordrhein-Westfalen, die Zunahme der Einbrüche zu stoppen.

Mehr als 2000 Polizisten sind am Donnerstag in Nordrhein-Westfalen zur seit Jahren größten Suchaktion nach Einbrecherbanden ausgerückt. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) reagierte damit auf die stark angestiegene Zahl der Wohnungseinbrüche. Zuvor war Kritik laut geworden, wonach die Polizei das Problem eher verwalte als anpacke. Nach mehreren ähnlichen Aktionen in den vergangenen Wochen erreichten die Maßnahmen damit ihren bisherigen Höhepunkt.

Bis zum Nachmittag seien neun Menschen festgenommen worden, fünf davon mit Haftbefehlen wegen Einbruchs. Bei Durchsuchungen in Köln fanden die Ermittler Diebesgut, das Einbrüchen im Rhein-Sieg-Kreis und Niedersachsen zugeordnet werden konnte, teilte das Innenministerium mit.

Hinter der Zunahme der Einbrüche werden organisierte Banden vermutet, die aus Osteuropa und den Beneluxländern einsickern. Für Fahrer von Kleintransportern mit ausländischen Kennzeichen hieß es daher am Donnerstag: Türen auf und Ruhe bewahren. An Autobahnen und Knotenpunkten hatte sich reichlich Polizei postiert.

In Köln brachte die Kontrolle von Übergangswohnheimen sogleich einen Erfolg: Während die Polizisten unten in eines der Heime eindrangen, fiel ihnen aus einem der oberen Stockwerke eine Tasche mit scharfen Schusswaffen vor die Füße. Zwei Verdächtige seien festgenommen worden, berichtete eine Polizeisprecherin.

"Die Ermittler wissen, dass ein Großteil der Straftaten durch professionell agierende und überörtlich tätige, südosteuropäische Banden begangen wird. Sie kommen und flüchten nach den Einbrüchen über Autobahnen und Bundesstraßen", erklärte Innenminister Jäger. Seit November waren deshalb immer wieder groß angelegte Kontrollen absolviert worden - zum Teil mit eher mäßigem Erfolg.

Um Tatserien und Reiserouten besser zu erkennen, würden alle Informationen über Einbrüche im Rheinland inzwischen über einen Datenverbund zwischen den Polizeibehörden ausgetauscht. "Einbrecher machen nicht vor Behörden- und Stadtgrenzen halt", so Jäger laut Mitteilung.

An der Aktion vom Donnerstag waren Polizeibehörden in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Mönchengladbach, Köln, Rhein-Erft-Kreis, Rheinisch-Bergischer Kreis, Rhein-Kreis Neuss, Rhein-Sieg-Kreis, Oberbergischer Kreis, Euskirchen, Heinsberg und Düren beteiligt.

In Düsseldorf berichtete ein Polizeisprecher von einem Rückgang der Einbruchszahlen in den vergangenen Tagen. "Es sieht so aus, als würden die Maßnahmen wirken", sagte er. Dennoch seien die Fallzahlen auf hohem Niveau.

Der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Erich Rettinghaus, lobte die Aktion und die verbesserte Zusammenarbeit der NRW-Polizeibehörden. Gleichwohl müsse die Bundesregierung über eine Visumpflicht für "gewisse Länder" nachdenken. Die Reisefreiheit innerhalb der Europäischen Union werde von Banden aus dem Osten ausgenutzt, "um Wohnungseinbrüche nahezu systematisch am Fließband zu begehen". - lnw

Quelle: wa.de

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