Polizei verstärkt Kontrollen / Polizei im Kreis Soest sensibilisiert

Tuning-Szene feiert sich: "Car-Freitag" beginnt die neue Saison

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Soest - Fans getunter Autos treffen sich traditionell am Karfreitag in ganz NRW - im vergangenen Jahr beispielsweise auf einem Rastplatz an der A44 in der Nähe von Soest. Paderborn, über Jahre hinweg eins der Zentren des sogenannten „Car-Freitag“, greift mittlerweile mit Verboten durch.

Illegale und viel zu laute Auspuffanlagen, verbotene Rennen mitten in der Stadt, teils hundert Stundenkilometer schneller als erlaubt – ein Teil der Tuningszene sorgt immer wieder für Negativschlagzeilen. 

Karfreitag dürfte die Polizei NRW-weit erneut ganz genau hinschauen und auf Geschwindigkeitsüberschreitungen und Ordnungswidrigkeiten achten. Dann feiern Tuner wieder ihren "Car-Freitag", den Start in den Frühling und die Tuning-Saison – an einem der höchsten christlichen Feiertage.

Tuner wollen Hobby nachgehen, Polizei rüstet sich

Die meisten wollen einfach ihrem Hobby nachgehen, ihre Autos zeigen und sich Ideen holen. Aber immer wieder schlagen Auto-Fans über die Stränge: Es kam zuletzt häufiger zu Verkehrsverstößen. 

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Die Polizei rüstet sich. "Wir sind gut gewappnet und bereiten uns vor", sagte ein Sprecher. Einfach sind die Vorbereitungen nicht – die Szene gilt als gut vernetzt, geschickt bei der Nutzung sozialer Medien und flexibel bei der Wahl der Örtlichkeit ihrer Treffen.

Diese Konsequenzen wurden in Paderborn gezogen

In Paderborn hat man aus negativen Erfahrungen Konsequenzen gezogen – und das 2017 ausgesprochene Verbot bis Mitternacht nun bis 6 Uhr morgens am Ostersamstag verlängert. 

Das entspreche der Regelung zum Feiertagsschutz und diene auch dem Schutz der Anwohner, erklärt Wolfgang Kaese, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes. 

Warum die Maßnahme nötig wurde

Nötig geworden war die Maßnahme, weil im vergangenen Jahr pünktlich mit dem Ablauf des Verbotszeitraums mehrere hundert aufgemotzte Fahrzeuge in die Stadt gekommen waren und für reichlich Lärm sorgten. 

"Schäfer Heinrich" 2017 zu Gast bei den Tunern. Der Landwirt und Schlagersänger bewirtschaftet in Völlinghausen (Stadt Erwitte) einen Hof.

Paderborn ist seit langem an Karfreitag ein Magnet für Tuning-Fans. Teilweise kamen bis zu 2000 Boliden nach Ostwestfalen. "Das ist keine örtliche Szene", sagt Kaese, der sich die Anziehungskraft Paderborns – die Wagen stammten zum Teil aus Niedersachsen und aus dem Ruhrgebiet – in diesem Punkt nicht erklären kann.

Am Karfreitag werden Polizei und Ordnungsamt an den bekannten Anlaufstellen Präsenz zeigen und gegebenenfalls Platzverbote aussprechen. 

Kreis Soest gilt als Ausweichregion

Dass das Verbot eine Verdrängung der "Pader-Szene" auslösen könnte, bleibe nicht aus. "Aber", so Kaese, "das ist nicht die Absicht unserer Maßnahme." Als einer der Ausweichplätze gilt der Rastplatz "Hellweg" an der A44 bei Soest, wo im vergangenen Jahr zeitweise bis zu 1000 Autos waren. 

Entsprechend sensibilisiert ist die Polizei auch hier. Zwar war es weitgehend friedlich geblieben, es gab aber einige Anzeigen wegen Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung. Man sei vorbereitet, erklärt die Kreispolizeibehörde Soest. Im vergangenen Jahr war unter ihrer Führung ein starkes Polizeiaufgebot vor Ort. 

Verboten ist das Treffen nicht. Auch in anderen Städten wie Duisburg, Bochum oder Oberhausen rüstet sich die Polizei. Auch in Dortmund. "Wir haben nichts gegen Tuner, die sich vorschriftsmäßig verhalten und die ihr Auto einfach lieben", sagt ein Sprecher der dortigen Polizei. Allerdings sei es in den vergangen Jahren häufig zu Lärmbelästigungen gekommen, Autos wurden aus dem Verkehr gezogen, weil Teile illegal eingebaut wurden.

Im schlimmsten Fall sind gefährliche Raser auf den Straßen unterwegs. "Dem schieben wir konsequent einen Riegel vor", sagte der Dortmunder Polizeisprecher. In Bielefeld hatte es 2005 eine Tote und mehrere Schwerverletzte gegeben, als bei einem Tuner-Treffen ein Auto in die Menschenmenge gerast war. - mit dpa-Material

Quelle: wa.de

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