Trotz Schonzeit: In NRW wird weiterhin gejagt

BONN - Trotz Schonzeit ist die illegale Frühlingsjagd auf Greifvögel, Füchse, Marder und Hauskatzen in vielen Jagdrevieren Nordrhein-Westfalens immer noch an der Tagesordnung. Das ist das Ergebnis der jetzt beendeten Operation "Futterneid", bei der 30 Tierschützer und Polizisten Jagdreviere kontrolliert haben.

Wie das Komitee gegen den Vogelmord mitteilt, wurden dabei seit Donnerstag insgesamt 26 trotz Schonzeit beköderte und aktivierte Totschlag- und Lebendfangfallen entdeckt und angezeigt. Von der Polizei wurden mehrere Ermittlungsverfahren wegen Verdacht auf Jagdwilderei, Schonzeitvergehen sowie Verstoß gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet. Betroffen waren laut Komitee die Kreise Euskirchen, Heinsberg, Wesel, Kleve, Unna, Borken, Warendorf, Coesfeld, Siegen-Wittgenstein sowie der Rhein-Sieg-Kreis.

Die meisten Verstöße wurden im Münsterland und am Niederrhein festgestellt. So sind im Kreis Coesfeld unter anderem drei verbotene Leiterfallen für den Fang von Greifvögeln sowie mehrere illegal betriebene Käfigfallen für Füchse und Marder betrieben worden. Beamte der Polizeiwache Dülmen sammelten vor Ort Beweise und leiteten mehrere Strafverfahren ein. Weiterhin prüfen die Behörden, ob für ein mitten im Wald bei Buldern errichtetes Gehege für die Aufzucht von Jagdfasanen eine Baugenehmigung vorliegt

Im Kreis Warendorf wurden in der Gemeinde Wadersloh und bei Beckum eine illegale Leiterfalle sowie vier in der Schonzeit fängig gestellte Durchlauf- und Betonröhrenfallen für Füchse entdeckt und den Behörden gemeldet. Bei Xanten und Rheinberg (Kreis Wesel) wurden am Wochendende vier Fallen beködert und aktiviert vorgefunden. Eine Karte mit dem Standort sowie Fotos der Fallen wurden der Unteren Jagdbehörde sowie der Polizei übermittelt.

Bei Anholt (Kreis Borken) entdeckten die Naturschützer eine vermutlich illegal errichtete Voliere, in die eine etwa zwei Meter lange Fuchsfalle eingebaut war. "Als Köder dienten Eier und lebende Enten, die ohne Futter und Wasser in einem Käfig dahinvegetierten. "Wir haben deshalb zusätzlich Strafanzeige wegen Tierquälerei und Schonzeitvergehen erstattet", so Komitee-Geschäftsführer Alexander Heyd

Glück im Unglück hatte ein Dachs, der am Sonntag bei Uedem im Kreis Kleve in eine trotz Schonzeit aktivierte Betonrohrfalle geraten war. Mit Hilfe der Polizei gelang es den Tierschützern, dass völlig panische Tier zu befreien. Der für das Gebiet zuständige Jagdpächter hat mittlerweile zugegeben, die Falle trotz Schonzeit aktiviert und beködert zu haben.

Der Verdacht, dass Jäger die Fallen in der Schonzeit betreiben, um unerwünschte Konkurrenten um das Niederwild zu beseitigen, besteht auch bei insgesamt sechs weiteren Fanggeräten, die in den Kreisen Euskirchen, Heinsberg, Unna, dem Rhein-Sieg-Kreis sowie dem Kreis Siegen-Wittgenstein aktiviert gefunden wurden. In allen Fällen ermitteln zur Zeit die Jagdbehörden.

Quelle: wa.de

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