Tropfsteinhöhlen im Sauerland locken mit einstelligen Temperaturen

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ATTENDORN/WARSTEIN - Bei Temperaturen über 30 Grad gehören die Tropfsteinhöhlen im Sauerland zu den kühlsten Orten im Land. Das hat sich aber offenbar noch nicht so richtig herumgesprochen. Denn mit einem Besucheransturm rechnen die Höhlen nicht.

Abkühlung am Hitze-Wochenende versprechen nicht nur Bäder und Seen. Die Höhlen im Sauerland locken mit einstelligen Temperaturen. "Wenn es draußen 34 Grad werden, haben wir immer noch 9 Grad", sagt Wolfgang Böhmer von der Attahöhle in Attendorn. In der Höhle herrscht sommers wie winters eine konstante Temperatur. Er rechnet aber nicht mit einem Besucheransturm. "Obwohl wir vermutlich der kälteste öffentlich zugängliche Ort Deutschlands sind."

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Aber an Tagen mit extremer Hitze hat Böhmer immer Gäste, denen die Faszination der Unterwelt in der größten Tropfsteinhöhle Deutschlands schnuppe ist. "Hauptsache Abkühlung", laute deren Devise. Das ist auch an der Reckenhöhle bei Balve so. "Wir sind an solchen Tagen gut besucht", sagt Manni Pircher. In der Reckenhöhle finden sogar Hunde ein erträgliches Plätzchen. "Die genießen die kühle Luft dann auch", sagt Pircher.

Gelassen sieht Jörg Nolte von der Dechenhöhle in Iserlohn dem Backofen-Wochenende entgegen: "Wir denken dann immer vorher, die Leute kommen, um sich abzukühlen. Aber an solchen Tagen ist eigentlich immer wenig los."

So mancher Besucher der Höhlen dürfte mit einer Gänsehaut ins Freie zurückkommen. "Bei acht bis neun Grad wird es schon kalt. Weil die meisten ja nur ein T-Shirt anhaben", sagt Höhlenführer Heinrich Greifenstein von der Bilsteinhöhle in Warstein.

"Bei 12 Grad braucht man schon eine lange Hose und Jacke. Wer das nicht mit hat, muss frieren", warnt Marita Schüttler vom Besucherbergwerk in Bestwig-Ramsbeck. Sie ist überrascht, dass derzeit viele Gäste einen Ausflug unter Tage machen. "Normalerweise herrscht bei uns Hochbetrieb, wenn es draußen regnet."

Zwischen 30 und 50 Minuten dauern die Rundgänge durch die Schauhöhlen, dann heißt es wieder: Schwitzen. "Wir führen die Gruppen besonders langsam wieder nach draußen, damit der Temperaturschock nicht so groß ist", sagt Böhmer. Früher seien häufiger Besucher nach dem Besuch der Atta-Höhle mit Kreislauf-Problemen umgekippt. "Wir haben deshalb eigens ein Dach vor dem Eingangsbereich angebracht." - lnw

Quelle: wa.de

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