Schweigeminute im Kölner Rat

Trauer um Berliner Opfer auch in NRW

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Köln/Düsseldorf - Die Betroffenheit nach dem mutmaßlichen Anschlag in Berlin ist auch in Nordrhein-Westfalen groß. Die Weihnachtsmärkte gehen aber weiter. Mehr Polizisten mit schweren Waffen sollen die Sicherheit erhöhen.

Nach dem mutmaßlichen Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt sind die Sicherheitsmaßnahmen auch auf den Märkten in NRW verschärft worden. Die Polizei werde in Doppelstreifen und schwerer bewaffnet auf den Weihnachtsmärkten unterwegs sein, kündigte Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Dienstag an.

"Wir müssen jetzt noch mehr Wachsamkeit und Präsenz zeigen", sagte er im Interview von WDR5. In Düsseldorf und Dortmund sind Schweigeminuten auf den Weihnachtsmärkten geplant. In Dortmund sollen am Abend die Lichter am Tannenbaum für 30 Minuten ausgeschaltet werden.

Die Todesfahrt mit einem Lastwagen in Berlin, bei der 12 Menschen starben und rund 50 verletzt wurden, löste auch in NRW Betroffenheit aus. Der NRW-Innenminister ordnete Trauerbeflaggung an. Die Weihnachtsmärkte sollen aber überall in Deutschland weiterlaufen.

"Was für eine abscheuliche Tat. Trauer um die Opfer, Beten für die Verletzten, Vertrauen in die Rettungs- und Polizeikräfte", schrieb Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) noch am Montagabend im Kurznachrichtendienst Twitter. Kraft wollte sich am Dienstag auch bei einer Pressekonferenz äußern.

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) will als Zeichen der Anteilnahme in der Ratssitzung am diesem Dienstag eine Schweigeminute für die Opfer anregen. 

"Köln trauert mit den Menschen in Berlin", sagte Reker am Dienstag in einer Mitteilung. Die erschütternden Bilder vom Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche lösten auch in der Domstadt Entsetzen und tiefe Trauer aus. 

Die Stadt stehe in ständigem Austausch mit den Polizeibehörden zur Sicherheitslage. "Sollte die Polizei eine Veränderung der Sicherheitslage in Köln feststellen, werden wir sofort entschlossen handeln", erklärte sie.

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) äußerte sich im Kurznachrichtendienst Twitter zu den Geschehnissen in Berlin. "Erschüttert! In Gedanken und Gebeten bei den Opfern und Verletzten von #Berlin und ihren Angehörigen", schrieb er am Montagabend.

Die beiden Landesvorsitzenden der Grünen, Mona Neubaur und Sven Lehman, betonten: "Wir müssen jetzt zeigen, dass unsere Demokratie wehrhaft auf Angriffe reagiert - aber stets mit rechtsstaatlichen Mitteln. Wir dürfen Hass nicht mit Hass begegnen."

Zwar sind die Hintergründe der Todesfahrt auf dem Berliner Weihnachtsmarkt noch nicht geklärt, doch deutet vieles auf einen Terroranschlag hin. Die Polizei sprach am Dienstagmorgen von einem "vermutlich terroristischen Anschlag" - einen Unfall schlossen die Ermittler aus.

Lesen Sie hier alles zum tödlichen Vorfall in Berlin

Quelle: wa.de

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