Tote Elefantenkuh im Kölner Zoo: Obduktion angeordnet

KÖLN - Nach dem Tod einer Elefantenkuh im Kölner Zoo wird das Tier jetzt obduziert. "Wir wissen nicht, was geschehen ist und konnten nur äußerliche Verletzungen bei dem Tier feststellen", sagte Zoo-Direktor Theo Pagel am Donnerstag.

Tierpfleger hatten die Elefantenkuh am Mittwoch tot in einem Becken im Gehege gefunden. "Am Morgen war noch alles in Ordnung. Chumpol hat im Becken geplanscht, und nach einem Platsch war plötzlich Ruhe", erklärte Pagel. Chumpol habe starke Hautabschürfungen gehabt und sogar Fußnägel verloren. Durch die Obduktion solle nun die Todesursache festgestellt werden.

Wahrscheinlich habe es in der Nacht eine heftige Auseinandersetzung innerhalb der Elefantenherde gegeben. Bereits am 1. Mai sei Chumpol nach einer "kleinen Reiberei" prophylaktisch mit Antibiotika behandelt worden. "Spannungen im sozialen System sind normal, da die Elefanten in der Herde immer um die Rangordnung kämpfen", sagte Pagel. Dass es zu tödlichen Folgen komme, sei selten.

Die Tierschutzorganisation Peta Deutschland warf dem Zoo vor, den Elefanten nicht genug Platz zu bieten. "Elefanten gehören nicht in Gefangenschaft", sagte Peta-Sprecher Peter Höffken. Der Zoologe bemängelte, dass die erforderliche Sozialstruktur in Zoos nicht ausgelebt werden könne und Elefanten immer häufiger in Kämpfen aneinandergerieten. "Uns überraschen die Kämpfe nicht. Elefanten sollten nicht in zoologischen Einrichtungen gehalten werden."

Pagel wies die Vorwürfe zurück: "Der Organisation spreche ich jegliches Fachwissen ab, denn das sind alles Laien." Peta verfolge ausschließlich das Ziel, zoologische Tierhaltung zu verbieten.

Die Obduktion soll auch ergeben, ob Chumpol älter war als bei der Übergabe 2006 aus Bangkok angegeben wurde. "Als Geburtsjahr ist 1983 eingetragen, aber sie kann locker 15 Jahre älter sein", sagte Pagel. - lnw

Quelle: wa.de

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