Top oder Flop – So überprüfen Sie einen Gebrauchtwagen

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Checken Sie den Gebrauchtwagen gründlich durch, bevor Sie ihn kaufen.

Der Markt mit Gebrauchtwagen boomt. Wie aber können sich die Käufer sicher sein, ob das Auto etwas taugt oder ob sie lieber die Finger davon lassen sollten? Diese Tipps helfen bei der Entscheidung.

Vertrauensvollen Händler auswählen

Bereits das Inserat, mit dem für den Gebrauchtwagen geworben wird, sagt schon einiges über die Seriosität des Autohändlers aus. In die Anzeige gehören Angaben wie Fahrzeugtyp, Ausstattungsversionen und Farbe, dazu Hubraum und Leistung. Nicht fehlen dürfen auch der Kilometerstand, Datum der Erstzulassung und der nächste Termin beim TÜV.

Wenn Sie ein bestimmtes Modell oder eine Marke suchen, gehen Sie am besten zu einem Vertragshändler. Diese arbeiten mit einem oder mehreren Autoherstellern zusammen, haben eine große Auswahl an Gebrauchtwagen und gelten als sehr zuverlässig. Im Internet finden Sie schnell regionale Autohändler von Audi, Mercedes, BMW oder anderen Automarken.

Begutachtung des Gebrauchtwagens

Haben Sie einen Händler Ihres Vertrauens gefunden, vereinbaren Sie einen Besichtigungstermin. Überprüfen Sie dabei zuerst den Gesamtzustand des Autos. Eine ordentliche Wäsche und ein gepflegter Innenraum sind erste Kennzeichen dafür, wie sorgfältig mit dem Gebrauchtwagen umgegangen wurde. Außerdem erkennen Sie nur auf einem sauberen Lack Kratzer oder leichte Hagelschäden. Überprüfen Sie Türen und Motorhaube im Gegenlicht, ob sie Wellen oder Farbschatten aufweisen. Achten Sie vor allem an den Kotflügelkanten auf Rostspuren.

Räder inspizieren

Schauen Sie sich die Räder genauer an. Schäden an Felgen oder Reifen geben Hinweise auf Bordsteinrempler. Diese könnten auch das Fahrwerk in Mitleidenschaft gezogen haben. Ist das Profil ungleichmäßig, können die Spur verstellt oder die Stoßdämpfer defekt sein.

Blick unter den Gebrauchtwagen

Nehmen Sie eine Taschenlampe und eine alte Decke zum Gebrauchtwagen-Kauf mit. Dann können Sie auch ohne Hebebühne einen Blick unters Auto werfen. Achten Sie dabei auf Ölspuren auf der Unterseite von Motor und Getriebe, auf Rost am Unterboden und Auspuff sowie Reparaturspuren an den Radhäusern.

Motorraum checken

Im Motorraum deuten Lackspuren auf Unfallschäden hin. Prüfen Sie den Stand von Öl, Bremsflüssigkeit und Kühlwasser. Schauen Sie dabei auch nach, ob die Kilometerangabe auf dem Ölwechsel-Anhänger zum Tachostand passt.

Probefahrt durchführen

  • Setzen Sie sich in den Gebrauchtwagen und probieren Sie alle Tasten und Funktionen in Ruhe aus. Stellen Sie das Gebläse auf die höchste Stufe und überprüfen Sie, ob es scheppert oder die Luft muffig riecht.
  • Bevor Sie den Motor starten, lohnt sich ein Blick auf die Temperaturanzeige: Achten Sie darauf, ob der Gebrauchtwagen vielleicht warm gefahren, damit er leichter anspringt.
  • Testen Sie den Gebrauchtwagen auf verschiedenen Straßenverhältnissen. Suchen Sie sich eine Teststrecke heraus mit Steigungen, Kurven und einem Autobahnstück. Manche Mängel zeigen sich erst bei schelleren Tempo und höheren Drehzahlen.
  • Hören Sie genau auf Geräusche. Lässt sich das Getriebe nicht leicht und lautlos schalten oder sind Knackgeräusche bei langsamer Fahrt und voll eingeschlagener Lenkung zu hören, können Radlager oder Antriebswellen defekt sein. Schleifgeräusche deuten auf kaputte Bremsscheiben hin.
  • Nach der Fahrt schauen Sie sich noch einmal den Motor an: Riecht es verdächtig oder tropft sogar Öl, sollten Sie lieber die Finger von dem Gebrauchtwagen lassen.

Professioneller Gebrauchtwagen-Check

Trauen Sie sich eine technische Bewertung nicht zu, lassen Sie den Gebrauchtwagen vom Profi durchchecken. Der ADAC und der TÜV bieten diesen Service an. Die Untersuchung kostet je nach Umfang und Anbieter zwischen 35 und 125 Euro. Das rechnet sich aber meistens, denn schon kleinere Dellen können den Preis um mehrere hundert Euro drücken.

Quelle: wa.de

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