Feuer in Köln: Keine Hinweise auf Brandbeschleuniger

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Auch wenn die Ermittler nach dem tödlichen Feuer in einem Kölner Mehrfamilienhaus nun wissen, dass kein Brandbeschleuniger benutzt wurde, schließen sie Brandstiftung nicht aus.

KÖLN - Knapp eine Woche nach dem tödlichen Feuer in Köln wissen die Ermittler jetzt: Ein Brandbeschleuniger wurde nicht benutzt. Dennoch schließen sie Brandstiftung in dem überwiegend von Türken bewohnten Mehrfamilienhaus nicht aus.

Im Fall des Feuers in einem Kölner Mehrfamilienhaus mit zwei Toten kommen die Ermittler langsam voran. Ein Sachverständiger hatte das Haus, in dem überwiegend Menschen türkischer Herkunft wohnen, am Dienstag ein erstes Mal unter die Lupe genommen. Die Brandursache ist zwar noch unklar, doch eines steht seit kurzem fest: Es gibt keine Hinweise auf Brandbeschleuniger. Ausgeschlossen werden kann Brandstiftung dennoch nicht.

Das Feuer war am Ostersamstag in einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Höhenberg ausgebrochen. Eine 19-jährige Bewohnerin und ihr 30-jähriger Besucher kamen dabei ums Leben. Der Fall wird seitdem auch auf politischer Ebene diskutiert: Muslime in Deutschland und die türkische Regierung hatten sich in den vergangenen Tagen besorgt gezeigt über Brände in türkischen Wohnhäusern. Auch die Ermittlungsmethoden der deutschen Behörden standen in der Kritik. Die beiden Opfer stammten jedoch nicht aus der Türkei.

Die Untersuchungen könnten noch Wochen andauern, sagte Oberstaatsanwalt Alfred Willwacher am Donnerstag. Zeugen müssten verhört und Hintergründe geklärt werden. Dafür sei eine zehnköpfige Ermittlungsgruppe gegründet worden. "Es wäre aber verfrüht, zu sagen, die Ursache für das Feuer sei nicht aufklärbar, nur weil die Untersuchung des Experten kein eindeutiges Ergebnis gebracht hat", betonte Willwacher.

Die Behörde hatte am Mittwoch mitgeteilt, der Sachverständige könne vorläufig nicht ausmachen, ob das Feuer fahrlässig entstanden ist, etwa durch eine weggeworfene Zigarettenkippe, oder ob der Brand gelegt wurde. Hinweise auf Brandbeschleuniger wie etwa Benzin oder Spiritus gebe es jedoch nicht. Daraufhin war in Medien der Eindruck entstanden, die Ursache bleibe wohl für immer ungewiss.

"Das wird man erst am Ende der Ermittlungen sagen können", sagte Willwacher dazu. Neben dem Fakt, dass kein Brandbeschleuniger benutzt wurde, konnte der Experte laut Staatsanwaltschaft noch etwas Anderes ausschließen: Defekte Elektrik war nicht Schuld an dem Feuer. Die Leitungen waren intakt. - lnw

Quelle: wa.de

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