Prozess beginnt Mitte Mai

Tödlicher Unfall im Sauerland: Raser droht lange Haftstrafe

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In diesem Autowrack starb eine Frau: Der Unfallfahrer muss sich nun vor Gericht unter anderem wegen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten.

Sundern/Balve-Beckum - Bis zu 15 Jahre Haft drohen einem Mann aus Hemer, der sich am 1. August auf der B229 zwischen Beckum und Hövel mutmaßlich ein illegales Autorennen mit einem Soester lieferte, das fast genau auf der Kreisgrenze in einem Horrorcrash mit einer Toten und vier Schwerverletzten endete.

Der Prozess vor der 2. Großen Strafkammer des Landgerichts Arnsberg als Schwurgericht ist mittlerweile eröffnet. Verhandelt wird erstmals am 17. Mai. 

Beim Überholen des Soesters war der 41-Jährige aus Hemer, so die Ermittlungen der Polizei, mit seinem Audi in einen voll besetzten VW-Golf gekracht. Während der unter Alkohol stehende Unfallfahrer nur leicht verletzt wurde, starb im Golf eine 70-jährige Beifahrerin, die vier weiteren Insassen wurden schwer verwundet. Hier geht es zum Bericht.

Erstes Verfahren nach neuem Paragrafen

Deshalb muss sich der 41-Jährige vor dem Schwurgericht nun wegen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten. „Das Strafmaß liegt dabei nicht unter drei Jahren. Als Höchststrafe sind 15 Jahre Freiheitsstrafe möglich“, sagte Daniel Langesberg, Pressesprecher des Arnsberger Landgerichts, am Mittwoch.

Hinzu kommt eine Anklage wegen des illegalen Rennens, was erst seit Ende 2017 als Straftat gilt, nachdem die Bundesregierung Paragraf 315d des Strafgesetzbuches geändert hatte. 

Schwerer Verkehrsunfall zwischen Balve und Sundern

„Das ist im Zuständigkeitsbereich unseres Landgerichts das erste Verfahren seit dieser Änderung“, sagte Langesberg. Weil dieser Paragraf eine sogenannte „Erfolgsqualifikation“ vorsieht, wenn Menschen bei einem illegalen Rennen zu Tode kommen, drohen auch hier ein bis zehn Jahre Freiheitsstrafe. 

Soester dürfte glimpflicher davonkommen

Der Soester, der nach dem Unfall zunächst geflüchtet war, sich aber am Folgetag der Polizei gestellt hatte, dürfte deutlich glimpflicher davonkommen. Ihm droht lediglich eine Verurteilung wegen der Beteiligung an einem illegalen Autorennen und eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Denn Zeugen fiel der rote Porsche des Mannes bereits drei Tage vor dem Unfall auf derselben Strecke durch eine höchst riskante Fahrweise auf. „Weil er den Unfall am Abend des 1. August aber nicht verursacht hat, die Erfolgsqualifikation also entfällt, kann eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder wahlweise eine Geldstrafe verhängt werden“, erklärte Langesberg. 

Nach dem ersten Hauptverhandlungstermin am 17. Mai, der um 11 Uhr in Saal 3 des Landgerichts beginnt, sind zunächst sieben weitere Verhandlungstage angesetzt, bis Mitte Juni ein Urteil gesprochen werden soll.

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Quelle: wa.de

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