Angeschossen und ertränkt: Jetzt spricht die Familie

Tödliches Drama um Kater Fogo - Röntgenbild zeigt Kugel in der Wirbelsäule

Das Projektil direkt neben der Wirbelsäule ist im Röntgenbild gut erkennbar.

Kater Fogo aus Drensteinfurt (NRW) starb offenbar unter Qualen. Ein Röntgenbild zeigt Fürchterliches.

  • Tödliches Drama um einen Kater im Kreis Warendorf (NRW)
  • Ein Röntgenbild der Katze zeigt Fürchterliches.
  • Die Familie geht davon aus, dass er ertränkt wurde.

Drensteinfurt/NRW – Zwei Wochen brauchte Paulina Burzynska, um über das Schicksal ihres Katers Fogo sprechen zu können. Jetzt ist sie bereit, über seine Geschichte und sein trauriges Lebensende im Erlebach zu berichten. Auch wenn es keine Beweise gibt, deutet vieles darauf hin, dass der rote Hauskater aus Drensteinfurt keines natürlichen Todes gestorben ist.

Die ersten Monate seines Lebens waren für den kleinen Kater vermutlich nicht leicht: Herrenlos streifte er durch die Straßen von Münster und lebte von dem, was er fand, bis ihn Paulina Burzynska abgemagert, erschöpft, zerkratzt und fürchterlich schreiend an einem frostigen Wintertag vor 13 Jahren an einer Mülltonne fand.

Tödliches Drama um Kater im Kreis Warendorf

Sie lebte schon in ihrer Kindheit in Polen mit Katzen zusammen, mit denen sie eine große Liebe verbindet. Auch hier in Deutschland wollte Paulina Burzynska eine Katze zu sich nehmen, doch hatte sie ihren Wunsch bis dahin noch nicht in die Tat umgesetzt. Heute sagt sie: „Eigentlich hat Fogo uns gefunden.“ Von Anwohnern erfuhr sie, dass er sich schon lange in der Gegend herumtreibe. Sie nahm den kleinen Kater bei sich auf und war erst mal erschrocken, wie leicht er war. Der Tierarzt schätzte sein Alter auf sechs Monate.

Fogo wurde Teil der Familie, wuchs mit der 2011 geborenen Tochter Halina auf und zog natürlich 2016 mit „seiner“ Familie nach Drensteinfurt in das Haus an der Sandstraße. Fogo war immer Freigänger, Probleme mit Nachbarn habe es eigentlich nicht gegeben – und wenn doch, seien die mit freundlichen Worten aus der Welt geschafft worden.

Fogo im Garten „seiner“ Familie.

Für Halina sei Fogo ein Spielkamerad und Freund, der jeden Abend bei ihr blieb, bis sie eingeschlafen war, für Paulina Burzynska und ihren Ehemann, Dr. Horst Hintze-Bruening, ein geliebtes Familienmitglied.

Im Januar 2020 fiel der Familie dann auf, dass Fogo dünner geworden war, nicht mehr so gut balancieren und springen konnte. Sein Fell war stumpf und dünn geworden.

Toter Kater in Drensteinfurt: 4,5 Millimeter große Kugel an Wirbelsäule

Der Besuch beim Tierarzt brachte ein erschreckendes Ergebnis: Fogo war angeschossen worden, eine 4,5 Millimeter große Kugel steckte neben seiner Wirbelsäule. Die Tierärztin riet von der Operation ab. So blieb nichts anderes übrig, als den kleinen Hauskater wieder aufzupäppeln. „Er hatte sich bis zum Sommer gut erholt“, berichtet die Drensteinfurterin, Fogo sei wieder der Alte gewesen. Doch dann kam der Samstag vor 14 Tagen, an dem Fogo nicht nach Hause zurückkehrte.

„Der Kater ist jeden Tag gekommen, allein schon, weil er wohl Angst hatte, zu verhungern“, vermutet Hintze-Bruening. So machte er sich auf die Suche. „Ich habe gespürt, dass er tot ist“, sagt seine Frau traurig.

Die Suche blieb vergeblich, doch der Zufall half der Familie: In der Schule wurde das Thema Tod besprochen, und ein Klassenkamerad Halinas erzählte von einer toten Katze mit rotem Fell, die er im Bach gesehen habe. Sofort ging die Familie los, doch sie fand keine Katzenleiche im Erlebach. Auf ihre Bitte hin zeigte ihnen der Junge die genaue Stelle, direkt unter der Brücke an der Sendenhorster Straße. Doch der Kater war verschwunden.

Toter Kater in Drensteinfurt: "Als habe ihn jemand ertränkt oder erstickt"

Über eine Anzeige auf der Facebook-Seite „Entlaufene Tiere in Drensteinfurt und Umgebung“ erfuhr die Familie, dass jemand ebenfalls dort eine Katze gesehen und fotografiert sowie die Feuerwehr informiert hatte, die ihrerseits das Ordnungsamt unterrichtete. Ein Mitarbeiter habe die Katze aus dem Erlebach geholt. Es seien einige Umstände zu überwinden gewesen, um den Körper des Katers nach Hause zu holen und im Garten begraben zu können.

Dort wurde der tote Kater Fogo gefunden: Paulina Burzynska weist auf die Stelle, wo die Brücke der Sendenhorster Straße über den Erlebach führt.

„Fogo schien äußerlich unversehrt“, berichtet Paulina Burzynska. „Es sah nicht nach einem Unfall aus, eher, als habe ihn jemand ertränkt oder erstickt“, glaubt Hintze-Bruening. Fogo sei nicht krank gewesen, auch zögen sich Katzen zum Sterben unter Büsche zurück. „Katzen legen sich nicht unter einer Brücke ins Wasser“, weiß der Naturwissenschaftler. „Ein natürlicher Tod war das nicht“, bestätigt ihn seine Frau. Darum werden sie Anzeige erstatten.

Katzen als Bedrohung für die Artenvielfalt?

Es könne ein Zufall sein, aber, so berichtet Hintze-Bruening: In der WDR-Sendung „Quarks – Wissenschaft und mehr“ seien Katzen als Bedrohung für die Artenvielfalt thematisiert worden: „Vielleicht hat das jemanden veranlasst, in Fogo dieses Feindbild zu sehen.“ Tatsächlich habe sich ein Anwohner schon einmal negativ darüber geäußert, dass er keine Vögel mehr im Garten habe. Das kann Paulina Burzynska nicht nachvollziehen: „Bei uns wimmelt es von Vögeln“, sagt die Finanzbuchhalterin.

Trotz ihrer Trauer sind die Katzenhalter froh und dankbar, dass sie nun Gewissheit über den Verbleib ihres Katers haben und ihn beerdigen konnten. Doch dazu war viel eigenes Engagement nötig. Jetzt fragen sie, warum sie nicht informiert wurden, obwohl Fogo einen implantierten Chip hatte. „Es muss doch genaue Bestimmungen geben, was passiert, wenn ein totes Haustier gefunden wird“, so das Paar.

Was tun, wenn man ein totes Tier findet?

Innerhalb von Drensteinfurt ist das Ordnungsamt für die Beseitigung zuständig. Der Fund sollte also dort gemeldet werden. Das Ordnungsamt wird die Tiere abholen, in einer Kadaver-Box zwischenlagern und zeitnah der Eiweiß- und Fettverwertung zuführen. Bei einem Hund wird durch Hundemarke oder Chip versucht, den Halter zu ermitteln. Gleiches gilt für Katzen. Entsprechende Chip-Lesegeräte sind vorhanden.

Unter bestimmten Bedingungen kann es jedoch sein, dass das Tier nicht auf einen möglichen Chip untersucht wird. „Wenn eine Katze überfahren wurde oder schon tagelang im Wasser lag, ist das aus hygienischen Gründen nicht zumutbar“, informiert Martin Brinkötter, Leiter des Ordnungsamtes. Es komme zudem auch vor, dass die Chipnummer nicht erkannt wird oder der Chip verrutscht ist. Erfahrungsgemäß seien außerdem 99 Prozent der Katzen nicht gechippt.

Kontakt zu Schicksalsgenossen gesucht

Die Familie trauert um ihren Kater, insbesondere Halina leidet noch immer sehr, wenn sie an Fogo denkt. Jetzt möchte sich Paulina Burzynska gerne mit anderen, die das gleiche Schicksal erlebt haben, austauschen. Darum bittet die Drensteinfurterin Betroffene, sich bei ihr unter der Telefonnummer 02508/9009976 zu melden.

Tierquälerei ist leider keine Seltenheit. Ein oder mehrere Täter haben in Hamm zwei Stuten vergewaltigt. Die Tierschutzorganisation Peta will Belohnung für Hinweise zahlen.

Elf Tauben wurden in einem Futtersack in Hamm entsorgt. Den Tieren wurde das beringte Bein gewaltsam abgetrennt, um eine Identifizierung über Zuchtnummern unmöglich zu machen.

In Hamm fanden Jugendliche einen kleinen Kater, der in einen Karton gesteckt wurde und kläglich miaute*. - *WA.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Quelle: wa.de

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