ThyssenKrupp: Cromme will kämpfen

ESSEN/BOCHUM - Heftige Aktionärskritik ist programmiert: Nach Milliardenverlusten bei ThyssenKrupp haben am heutigen Freitag bei der Hauptversammlung in Bochum die Anteilseigner des Stahlriesen das Wort. Im Zentrum der Kritik steht ThyssenKrupp-Chefaufseher Gerhard Cromme.

Beim angeschlagenen Stahlriesen ThyssenKrupp steht nun die Aussprache mit den Aktionären auf dem Programm. Dabei dürfte es Kritik von allen Seiten hageln. Im Mittelpunkt des Interesses: Chef-Aufseher Cromme.

69-Jährige wird als Versammlungsleiter das Treffen im Bochumer RuhrCongress eröffnen. Cromme werde um "seinen Ruf, seinen Job und seine Firma" kämpfen und zu allen Vorwürfen Stellung nehmen, hatte das "Handelsblatt" unter Berufung auf das Umfeld des Managers berichtet.

Aktionärsvertreter wollen eine namentliche Abstimmung über die Entlastung jedes einzelnen Aufsichtsratsmitglieds fordern. Bereits in der Vergangenheit war bei den Hauptversammlungen von ThyssenKrupp namentlich über die Entlastung der einzelnen Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat abgestimmmt worden. Bei dem Aktionärstreffen im vergangenen Jahr hatte Cromme hatte eine Zustimmungsquote von 94,84 Prozent erhalten.

"Das Eis wird langsam dünn, auf dem Herr Cromme sich bewegt", sagte der Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, Markus Dufner. Die Aktionärsvereinigung fordert den Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden. Allerdings sei angesichts des Gewichts der Kruppstiftung, mit 25,3 Prozent wichtigster Einzelaktionär, nicht damit zu rechnen, dass Cromme die Entlastung verweigert werde, sagte Dufner.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr war der Stahl- und Anlagenbauer wegen hoher Abschreibungen auf zwei Stahlwerke in Brasilien und den USA mit rund 5 Milliarden Euro tief in die Verlustzone gestürzt. Außerdem stand das Unternehmen wegen Kartellvorwürfen wochenlang in den Schlagzeilen.

Für das zum Verkauf stehende Stahlwerk des Konzerns in Alabama hat nach Informationen des "Wall Street Journals" der weltweit größte Stahlkonzern ArcelorMittal ein Angebot 1,5 Milliarden Dollar abgegeben. Ein ArcelorMittal-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Bei ThyssenKrupp verwies man auf den laufenden Verkaufsprozess, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. -dpa/lnw 

 

Quelle: wa.de

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