Nach Raubüberfall im Schlafzimmer: So lautet das Urteil

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Die Täter aus Hamm und Olpe wurden nach einem Raubüberfall in Welver nun vor dem Landgericht Arnsberg zu Haftstrafen verurteilt.

Arnsberg/Welver - Es ist die letzte Chance für die Angeklagten, die im Oktober 2017 in Welver eine 75-Jährige und ihren Lebensgefährten in ihrem Schlafzimmer mit einer Luftpistole bedroht und ausgeraubt hatten. Darüber waren sich die Beteiligten beim Prozess vor dem Landgericht Arnsberg einig. Und das betonte auch der Richter bei der Urteilsverkündung.

Der 47 Jahre alte Täter aus Hamm wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt. Der 53-Jährige Mitangeklagte aus Olpe erhielt eine Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten. Bei beiden Angeklagten wurde die Unterbringung in einer geschlossenen Therapie-Einrichtung angeordnet. Bei dem jüngeren der beiden Täter kann dies aber erst erfolgen, wenn eine Restfreiheitsstrafe verbüßt wurde. 

Damit folgte das Gericht nicht dem Sachverständigen Dr. Josef Leßmann, ärztlicher Leiter der LWL-Kliniken, der für beide Täter eine schlechte Therapieprognose ausgestellt hatte. 

"Abscheuliches Verbrechen"

Richter Teipel sprach in seiner Erklärung von einem „abscheulichen Verbrechen“. Insbesondere, weil die Täter in den besonderen Schutzbereich der Opfer, in deren Wohnung eingedrungen waren. 

Zwar ging die Kammer davon aus, dass die Täter, die beide eine lange Drogenkarriere mit mehreren Strafdelikten hinter sich haben, unter Drogeneinfluss standen, dies habe jedoch nicht zu einer großen Beeinträchtigung bei der Tat geführt. 

Beide Seiten mit Urteil zufrieden

Anders als der Sachverständige, räumte die Kammer den Angeklagten Erfolgsaussichten bei einer Therapie ein. Anklage-Vertreter Staatsanwalt Sebastian Wirwa hatte die langfristige Unterbringung in einer Therapie-Einrichtung in seinem Schlussplädoyer ebenso gefordert, wie die Rechtsanwälte der Angeklagten. Wirwa forderte für beide Täter eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und zwei Monaten. Mit dem abschließenden Urteil war Wirwa zufrieden, kündigte an, nicht in Berufung zu gehen. 

Auch die Rechtsanwälte der Angeklagten zeigten sich zufrieden. Bereits zu Beginn des zweiten Verhandlungstages hatten sich Nebenkläger und Täter auf die Zahlung von Schmerzensgeld an die Opfer verständigt. Bei der Ausarbeitung griff Richter Teipel den Rechtsanwälten unter die Arme. 

Darüber hinaus wurde die Schadenssumme für die Versicherung der beiden Opfer auf ungefähr 20 000 Euro festgelegt.

Quelle: wa.de

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