Neun von zehn Puten in NRW mit Antibiotika behandelt

DÜSSELDORF - Neun von zehn Puten in der Massentierhaltung in Nordrhein-Westfalen werden mit Antibiotika behandelt. Das hat eine neue Untersuchung ergeben, die NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne) am Dienstag in Düsseldorf vorgestellt hat.

Das Ausmaß der routinemäßigen Antibiotika-Gaben in der Putenmast sei nach wie vor alarmierend, kritisierte der Minister. Neun von zehn Puten in der Massentierhaltung in Nordrhein-Westfalen werden mit Antibiotika behandelt. Das hat eine neue Untersuchung ergeben, die NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne) am Dienstag in Düsseldorf vorgestellt hat.

Das Ausmaß der routinemäßigen Antibiotika-Gaben in der Putenmast sei nach wie vor alarmierend, kritisierte der Minister. Bei einem Drittel der überprüften Wirkstoffeinsätze sei sogar ein Präparat verwendet worden, das in Deutschland gar nicht für Puten zugelassen sei. Die regelmäßigen Antibiotikagaben in den Ställen belasten am Ende der Nahrungskette auch Menschen, weil sie resistent gegen die Wirkstoffe werden. Remmel forderte vom Bund verbindliche Vorschriften.

Antibiotika dienen zur Behandlung von Infektionskrankheiten. Sie hemmen oder töten vor allem krankheitserregende Bakterien, nicht aber Viren. Zu den ersten Antibiotika-Entdeckungen zählt der Schimmelpilz Penicillium. Heute gibt es ein breites Spektrum von Antibiotika, viele werden inzwischen auch synthetisch hergestellt.

In der Tiermast dürfen Antibiotika laut Arzneimittelgesetz nur zum Behandeln kranker Tiere eingesetzt werden. Für die Wachstumsförderung oder zur Vorbeugung sind sie verboten. Denn wenn Menschen die Mittel regelmäßig über die Nahrung aufnehmen, können Antibiotika bei Kranken nicht mehr richtig wirken.

In großen Mastanlagen wird die Arznei meist nicht einzeln verabreicht, sondern gleich an Gruppen oder ganze Tierbestände. Hühner und Puten bekommen Antibiotika üblicherweise über das Trinkwasser. Bei Schweinen und Mastkälbern wird es ebenfalls über das Wasser oder das Futter gegeben. Daneben können einzelne Tiere auch eine Spritze bekommen. - dpa/lnw

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

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