Studentenrekord in NRW: 18 Prozent mehr Erstsemester

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Dicht gedrängt: Studenten der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) bei der Einführung ins Wintersemester.

NRW - Nordrhein-Westfalen erlebt einen Ansturm neuer Studenten wie nie zuvor. Die Zahl der Erstsemester an den 69 Hochschulen des Landes stieg auf rund 115 000 – 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit wird auch die Wohnungssuche in Studentenstädten oft zum Problem.

Grund für die hohen Zahlen sind laut Forschungsministerin Svenja Schulze (SPD) die Aussetzung der Wehrpflicht, der doppelte Abiturjahrgang in Niedersachsen sowie die Abschaffung der Studiengebühren, die bei den Prognosen aus dem Jahr 2007 nicht berücksichtigt wurden. Insgesamt studieren in NRW demnach nun aktuell etwa 570 000 junge Menschen, acht Prozent mehr als im Vorjahr.

Einige Hochschulen melden Anfänger-Zuwächse von bis zu 45 Prozent, so etwa die Fachhochschule Dortmund. An der Universität Paderborn sind es etwa 40 Prozent, in Köln rund 33 Prozent. Einige Hochschulen zeigten sich kreativ im Umgang mit der Herausforderung: Die Technische Universität Dortmund lässt Container aufbauen, die RWTH Aachen mietet ebenso wie die Universität Duisburg-Essen bereits Kinosäle für Vorlesungen an. Die Uni Paderborn nutzt einen ehemaligen Baumarkt und die FH Bielefeld verlegt Vorlesungen sogar in Autohäuser, um Platz zu schaffen.

Gleichzeitig läuft ein neuer Streit ums Geld. Im Rahmen des Hochschulpaktes II stellen Bund und Land bis 2015 rund 1,8 Milliarden Euro bereit, um 90 000 neue Studienplätze zu schaffen. „Viel zu wenig“, meint der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Karl-Josef Laumann. Wegen der Abschaffung der Studiengebühren sei den Universitäten eine Finanzierungslücke von 30 Millionen Euro entstanden: „Das Wahlversprechen von der vollen Kompensation der wegfallenden Studienbeiträge hat sich als ein Märchen entpuppt.“

Auch die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) bemängelt, die Mittel aus dem Hochschulpakt II seien zu knapp. Unterstützenswert sei der Vorschlag von Wissenschaftsministerin Schulze, in Zukunft auch Masterstudiengänge durch den Hochschulpakt zu unterstützen.

Deutlich spürbar wird der Rekordandrang an Studenten auch am Wohnungsmarkt: In „klassischen“ Studentenstädten wie Münster wird Raum etwa in Wohnheimen knapper und auf dem freien Markt teurer denn je. In Paderborn oder Aachen sehe die Lage dagegen weit entspannter aus. - ddp/WA

Quelle: wa.de

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